{"id":1349,"date":"2017-01-06T13:46:37","date_gmt":"2017-01-06T12:46:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?page_id=1349"},"modified":"2020-09-16T16:06:02","modified_gmt":"2020-09-16T14:06:02","slug":"schleiereule","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/schleiereule\/","title":{"rendered":"Schleiereule"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Schleiereule in Aachen<\/strong><br>\n40 Jahre lang hatte die Schleiereule nicht in Aachen gebr\u00fctet, ehe sie 2005 wieder festgestellt werden konnte.&nbsp;Die aktuellen Vorkommen (2017 wurden sieben Brutpaare und elf Bruten festgestellt) stehen in direktem Kontakt mit der s\u00fcdlimburgischen Population, die sich in den letzten 20 Jahren durch intensive Schutzbem\u00fchungen deutlich vergr\u00f6\u00dfert und stabilisiert hat. Die Ansiedlung auf der deutschen Seite ist ebenfalls in direktem Zusammenhang mit dem Anbringen von Nistk\u00e4sten zu sehen. Seit der Wiederbesiedelung im Jahr 2005 (2005: vier Bruten, 2006: eine Brut) sind in Aachen trotz der geringen Populationsst\u00e4rke und naturbedingter starker Schwankungen durchgehend Bruten nachgewiesen worden.&nbsp;Die Stabilisierung der lokalen Population ist in erster Linie ein Erfolg des intensiven Einsatzes von Ehrenamtlichen des NABU Aachen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1348\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1348\" class=\"size-medium wp-image-1348\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/schleiereulen-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/schleiereulen-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/schleiereulen-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/schleiereulen.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/schleiereulen-300x225@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-1348\" class=\"wp-caption-text\">Brutkasten mit vier fast fl\u00fcggen Schleiereulen in der Gassm\u00fchle im Senserbachtal. Foto: W. Hillmann.<\/p><\/div>\n<p><strong>Name und Verwandtschaft<\/strong><br>\nDie Schleiereule (<em>Tyto alba<\/em>) besitzt aufgrund zahlreicher morphologischer Besonderheiten eine systematische Sonderstellung: Sie wird als eigene Familie der Schleiereulen (Tytonidae) den \u00fcbrigen Eulen gegen\u00fcber gestellt.<\/p>\n<p><strong>Merkmale<\/strong><br>\n\u00c4u\u00dferlich l\u00e4sst sich die Schleiereule bereits durch ihren herzf\u00f6rmigen, wei\u00dfen Gesichtsschleier von allen \u00fcbrigen Eulen gut unterscheiden. Auch ihre Federn und Zehen sind verschieden. Ohrfedern fehlen, die Augen sind relativ klein und schwarz, die Gefiederunterseite wei\u00df bis gelbbraun und ungefleckt.<\/p>\n<p><strong>Lebensraum<\/strong><br>\nDie Kombination von geeigneten Brutpl\u00e4tzen und g\u00fcnstigem Jagdgebiet ist f\u00fcr die Auswahl eines passenden Lebensraums ausschlaggebend. Einzeln stehende, exponierte Geb\u00e4ude (z.B. Kircht\u00fcrme und Scheunen) werden als Brutplatz bevorzugt. Zur Jagd sucht die Schleiereule offenes Gel\u00e4nde auf, wie beispielsweise am Rand von Siedlungen oder entlang von Stra\u00dfen und Wegen.<\/p>\n<p>Die Schleiereule ist in fast allen Regionen der Erde verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis zur borealen Zone und nach S\u00fcden bis in die Tropen und in W\u00fcstengebiete. In Mitteleuropa ist sie ein verbreiteter Brutvogel tief gelegener, relativ waldarmer Siedlungsgebiete.<\/p>\n<p><strong>Lebensweise<\/strong><br>\nDie Schleiereule br\u00fctet in Abh\u00e4ngigkeit von der Vermehrungsrate der M\u00e4use ab Ende M\u00e4rz, meist jedoch erst Anfang Mai. Nach 30 bis 34 Tagen schl\u00fcpfen die jungen Eulen aus den l\u00e4nglichen wei\u00dfen Eiern. Mit 11 bis 14 Tagen \u00f6ffnen sie ihre Augen und verlassen nach etwa 60 Tagen das Nest. Zweitbruten und gelegentlich auch Drittbruten &#8211; je nach M\u00e4usejahr &#8211; konnten nachgewiesen werden.<\/p>\n<p><strong>Nahrung<\/strong><br>\nSchleiereule erbeuten haupts\u00e4chlich Kleins\u00e4uger wie Feld- und Spitzm\u00e4use, seltener V\u00f6gel und vereinzelt Amphibien, Reptilien und Gro\u00dfinsekten. Unverdauliche Nahrungsbestandteile (Knochen, Haare) werden in Form von sogenannten Gew\u00f6llen ausgew\u00fcrgt.<\/p>\n<p><strong>Gef\u00e4hrdung und Schutz<\/strong><br>\nDie Schleiereule ist in hohem Ma\u00dfe von Bewirtschaftungsformen in der Agrarlandschaft abh\u00e4ngig, mit denen Kleins\u00e4ugerbest\u00e4nde in engerem Zusammenhang stehen. Die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Anwendung von Rodentiziden (Pestizide gegen Nagetiere) l\u00e4sst zunehmende Gef\u00e4hrdungen bef\u00fcrchten. Au\u00dferdem w\u00e4hlt die Schleiereule ihre Brutpl\u00e4tze innerhalb menschlicher Siedlungen. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung f\u00fcr uns, um diese in unmittelbarer N\u00e4he des Menschen br\u00fctende, dennoch aber empfindliche Vogelart zu erhalten. In der Vergangenheit sind Brutpl\u00e4tze oftmals durch Abbruch oder im Zuge von Sanierungsma\u00dfnahmen an Kirchen, Scheunen und D\u00e4chern verloren gegangen. Zudem gibt es eine recht hohe Anzahl an Verkehrsopfern.<\/p>\n<p>Eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit reduzierter Ausbringung an Bioziden ist die Grundvoraussetzung f\u00fcr eine stabile Schleiereulen-Population. Sie k\u00e4me gleichzeitig vielen anderen Arten der offenen Feldflur zugute. Weiterhin ist eine aktive F\u00f6rderung durch Anbringung von Brutk\u00e4sten in geeigneter Lage f\u00fcr den Erhalt dieser faszinierenden Eulenart notwendig.<\/p>\n<p>Die Schleiereule ist nach der Vogelschutzrichtlinie der EU gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Rote Liste NRW (2010): Ungef\u00e4hrdet<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-latest-posts__list is-grid columns-2 has-dates wp-block-latest-posts\"><li><div class=\"wp-block-latest-posts__featured-image alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/almuth_adieu3-kopie-150x150.jpeg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/almuth_adieu3-kopie-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/almuth_adieu3-kopie-160x160.jpeg 160w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/almuth_adieu3-kopie-320x320.jpeg 320w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/almuth_adieu3-kopie-150x150@2x.jpeg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/almuth_adieu3-kopie-320x320@2x.jpeg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/div><a class=\"wp-block-latest-posts__post-title\" href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/hilfe-fuer-verletzte-wildtiere\/\">Hilfe f\u00fcr verletzte Wildtiere<\/a><time datetime=\"2025-12-02T11:47:21+01:00\" class=\"wp-block-latest-posts__post-date\">2. 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