{"id":4608,"date":"2022-02-25T10:13:56","date_gmt":"2022-02-25T09:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?page_id=4608"},"modified":"2022-02-25T10:13:57","modified_gmt":"2022-02-25T09:13:57","slug":"feldhamster","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/feldhamster\/","title":{"rendered":"Feldhamster"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Feldhamster in Aachen<\/strong><br>Der Feldhamster&nbsp;<em>(Cricetus cricetus)&nbsp;<\/em>war jahrhundertelang in der B\u00f6rdelandschaft des Aachener Nordwestens weit verbreitet. Die Intensivierung der Landwirtschaft (Mechanisierung und Vergr\u00f6\u00dferung der Bewirtschaftungsfl\u00e4che) bedingte jedoch schon Ende des 20ten Jahrhunderts einen starken R\u00fcckgang. Das Vorkommen erlosch endg\u00fcltig in den 1990er Jahren parallel zu weiteren Lebensraumverlusten, aufgrund der Erschlie\u00dfung eines Gewerbegebiets. 20 Jahre sp\u00e4ter, im Mai 2018 unternahm die NABU-Naturschutzstation Aachen erstmals in NRW einen Versuch, Feldhamster wieder anzusiedeln, und wilderte 30 Tiere aus.<strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/naturschutzstation-aachen.de\/auswilderungsprojekt-feldhamster\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mehr zu dem Projekt erfahren Sie hier.<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/feldhamster-1000x750.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4609\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/feldhamster-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/feldhamster-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/feldhamster-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/feldhamster.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/feldhamster-300x225@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Foto: U. Schwenk<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Merkmale<\/strong><br>Feldhamster sind etwa so gro\u00df wie Meerschweinchen. Dank seines schwarzen Bauch- und rostbraunen R\u00fcckenfells mit einzelnen wei\u00dfen Flecken&nbsp; z\u00e4hlt der Nager zu den buntesten S\u00e4ugetieren Europas. Sie sind Verwandte des wesentlich kleineren Goldhamsters, dessen Vorfahren aus Syrien stammen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebensraum<br><\/strong>Der Feldhamster bevorzugt struktur- und artenreiche Ackerlandschaften, insbesondere Getreide, mit nicht zu feuchten L\u00f6ss- und Lehmb\u00f6den bei einem tiefen Grundwasserspiegel (&gt; 120 cm). Er gilt als Leitart der fruchtbaren offenen B\u00f6rdelandschaft des Rheinlandes (K\u00f6lner Bucht).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebensweise<\/strong><br>Die \u00fcberwiegend d\u00e4mmerungs- und nachtaktiven Tiere leben in selbstgebauten weitverzweigten Bausystemen bis zu zwei Metern unter der Erdoberfl\u00e4che. Sie k\u00f6nnen nur in einer Umgebung \u00fcberleben, die ihnen gen\u00fcgend Deckungsm\u00f6glichkeiten bietet. Da ihre Aktionsr\u00e4ume mit maximal 1 bis 2 ha, meist jedoch weniger als 0,5 ha relativ klein ausfallen, gelten Feldhamster als standorttreue Tiere.<br>Von Oktober bis einschlie\u00dflich M\u00e4rz halten die Individuen Winterschlaf, der nur von kurzen Fressphasen unterbrochen wird. Nachwuchs bekommen sie Ende Mai bis Mitte Juni.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nahrung<\/strong><br>Feldpflanzen aller Art stehen auf dem Speiseplan von Feldhamstern, daneben ern\u00e4hren sie sich auch von kleinen Tieren wie Insekten und Regenw\u00fcrmern. Ab Juli legen die Individuen Vorr\u00e4te f\u00fcr den Winter an. Sie \u201ehamstern\u201c Getreide, Wildkrautsamen, H\u00fclsenfr\u00fcchte sowie St\u00fccke von R\u00fcben und Kartoffeln. Um eine Wintersaison \u00fcberstehen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt ein Feldhamster einen Vorrat von ein bis zwei Kilogramm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gef\u00e4hrdung und Schutz<\/strong><br>Der Feldhamster&nbsp;ist in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der EU als streng zu sch\u00fctzende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse aufgef\u00fchrt. Auch im Anhang II der Berner Konvention wird er gelistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 7 Nr. 14 b) Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) z\u00e4hlt der Feldhamster zu den streng gesch\u00fctzten Arten.<\/p>\n\n\n\n<p>Rote Liste BRD (2009): vom Aussterben bedroht<br>Rote Liste NRW (2011): vom Aussterben bedroht<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bestand in NRW<\/strong><br>Seit den 1970er Jahren ist der Feldhamsterbestand kontinuierlich zur\u00fcckgegangen. Wesentlicher Grund f\u00fcr diesen negativen Trend ist der so genannte Strukturwandel in der Landwirtschaft: Intensive und mechanisierte landwirtschaftliche Bearbeitungsmethoden verhindern, dass vorhandene Feldhamsterpopulationen weiterhin in ihren Vorkommensgebieten bestehen k\u00f6nnen. Dort wo noch Tiere vorkommen, finden die Individuen immer weniger Nahrung und lebensnotwendige Deckungsm\u00f6glichkeiten. Die verbliebenen Hamsterlebensr\u00e4ume werden zudem durch Stra\u00dfenbau weiter zerschnitten und schrumpfen durch Siedlungs- und Gewerbegebietsentwicklung. Die Restpopulationen sind aufgrund der geringen Gr\u00f6\u00dfe nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig. Im Jahr 2017 ist der Feldhamster in NRW ausgestorben. Die letzten Tiere, die in Z\u00fclpich (Kreis Euskirchen) nachgewiesen wurden, wurden 2017 der Natur entnommen und einem Zuchtprogramm zugef\u00fchrt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Feldhamster in AachenDer Feldhamster&nbsp;(Cricetus cricetus)&nbsp;war jahrhundertelang in der B\u00f6rdelandschaft des Aachener Nordwestens weit verbreitet. 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