{"id":1400,"date":"2023-06-07T13:20:04","date_gmt":"2023-06-07T11:20:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=1400"},"modified":"2025-05-12T11:32:56","modified_gmt":"2025-05-12T09:32:56","slug":"verwaiste-jungvoegel-bitte-nicht-aufnehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/verwaiste-jungvoegel-bitte-nicht-aufnehmen\/","title":{"rendered":"\u201eVerwaiste\u201c Jungv\u00f6gel bitte nicht aufnehmen"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Jahr zur Brutzeit h\u00e4ufen sich Fundmeldungen \u00fcber scheinbar hilflose Jungv\u00f6gel und andere Tierkinder, die aus dem Nest gefallen sind. Man sollte solche Tiere auf keinen Fall gleich aufnehmen, sondern sie an Ort und Stelle belassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1401\" style=\"width: 690px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1401\" class=\"wp-image-1401 size-full\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/nabu-amselkueken-walter-wimmer.jpeg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/nabu-amselkueken-walter-wimmer.jpeg 680w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/nabu-amselkueken-walter-wimmer-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/nabu-amselkueken-walter-wimmer-300x200@2x.jpeg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><p id=\"caption-attachment-1401\" class=\"wp-caption-text\">Amselk\u00fcken. Foto: NABU\/Walter Wimmer.<\/p><\/div>\n<p>Der Schein tr\u00fcgt h\u00e4ufig, denn die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollst\u00e4ndig ausgebildet ist. Wichtig ist, dass der Finder eines \u201eaus dem Nest gefallenen\u201c Jungvogels besonnen die Situation beurteilt und sich m\u00f6glichst fachkundigen Rat einholt, bevor er handelt. Meist handelt es sich nicht um Waisen, sondern um fast flugf\u00e4hige Jungv\u00f6gel mit relativ vollst\u00e4ndigem Gefieder, die durch Bettelrufe noch mit ihren Eltern in Verbindung stehen. Sobald der Mensch sich entfernt, k\u00f6nnen sich die Eltern wieder um ihre Kinder k\u00fcmmern.<\/p>\n<div class=\"box infobox col-sm-12\">\n<h3>Nat\u00fcrliche und menschengemachte Gefahren<\/h3>\n<p>Wildtiere sind von Natur aus vielf\u00e4ltigen Gefahren ausgesetzt. Dies gilt ganz besonders f\u00fcr Jungtiere, die die Nahrungsgrundlage anderer Tiere sind. Oft kommen sie aber auch durch Unerfahrenheit zu Schaden. In der Natur erreichen beispielsweise zumeist weniger als jeder F\u00fcnfte der jungen Sperlingsv\u00f6gel eines Jahrgangs die Geschlechtsreife. Derartige Verluste werden dadurch ausgeglichen, dass die meisten Kleinv\u00f6gel mehrmals im Jahr br\u00fcten.<\/p>\n<p>Zu den nat\u00fcrlichen Gefahren kommen in unserer technisierten, von Verkehrswegen zerschnittenen Welt vielfach menschengemachte Gefahren hinzu: Altv\u00f6gel verungl\u00fccken auf Stra\u00dfen, an \u00dcberlandleitungen, geraten in Angelschn\u00fcre oder werden Opfer unserer Hauskatzen. Ihre Jungen bleiben hilflos zur\u00fcck und verlassen hungrig ihr Nest. Hier ist, nicht zuletzt unter ethischen Aspekten, menschliche Hilfe sinnvoll.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die fast fl\u00fcgge Vogelbrut verteilt sich nach dem Verlassen des Nestes an verschiedene Stellen des Gartens oder W\u00e4ldchens. So k\u00f6nnen nur einzelne Tiere, und nicht die gesamte Brut auf einmal, von nat\u00fcrlichen Feinden entdeckt werden. Dass es sich bei den Jungv\u00f6geln um wirklich verwaiste und nicht um \u201eScheinwaisen\u201c handelt, kann man durch l\u00e4ngeres \u2013 zwei bis drei Stunden \u2013, vorsichtiges Beobachten aus einem Versteck, wie etwa hinter einer Fenstergardine, erkunden. Lediglich wenn Gefahr droht, wenn Jungtiere beispielsweise auf der Stra\u00dfe sitzen, sollte man eingreifen, die Jungtiere wegtragen und an einem gesch\u00fctzten Ort, aber nicht zu weit vom Fundort, wieder absetzen.<\/p>\n<p>Auch Eulen verlassen oftmals als halbgro\u00dfe Jungv\u00f6gel die zu eng gewordene Brutst\u00e4tte und sitzen bis zur Flugf\u00e4higkeit als \u201e\u00c4stlinge\u201c im bodennahen Strauchwerk. Solange menschliche Beobachter, im Falle der nachtaktiven Eulen noch dazu zur falschen Tageszeit, sich in der N\u00e4he der Jungtiere aufhalten, kehren die Altv\u00f6gel nicht zu diesen zur\u00fcck. Wer einen solchen kr\u00e4ftig wirkenden \u201eScheinwaisen\u201c findet, sollte ihn am besten in Ruhe lassen oder erforderlichenfalls an einen gesch\u00fctzten Ort, wie etwa eine Hecke, umsetzen. Noch nackte Jungv\u00f6gel sollten m\u00f6glichst vorsichtig ins Nest zur\u00fcckgesetzt werden. V\u00f6gel st\u00f6ren sich im Gegensatz zu manchen S\u00e4ugetieren nicht am menschlichen Geruch. Jungv\u00f6gel werden daher auch nach dem Umsetzen wieder von den Alttieren angenommen und versorgt.<\/p>\n<div class=\"box infobox col-sm-12\">\n<h3>Junge Mauersegler als Hitzeopfer<\/h3>\n<div id=\"attachment_1403\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1403\" class=\"size-full wp-image-1403\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/170626-nabu-mauersegler-bernd-brandtner.jpeg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/170626-nabu-mauersegler-bernd-brandtner.jpeg 250w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/170626-nabu-mauersegler-bernd-brandtner-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/170626-nabu-mauersegler-bernd-brandtner-160x160.jpeg 160w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/170626-nabu-mauersegler-bernd-brandtner-320x320.jpeg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><p id=\"caption-attachment-1403\" class=\"wp-caption-text\">Mauersegler. Foto: NABU\/Bernd Brandtner.<\/p><\/div>\n<p>Keine Regel ohne Ausnahme: Bei sommerlichen Hitzewellen kommt es vor, dass vermehrt junge Mauersegler gefunden werden. Weil Mauersegler vor allem in hohen Geb\u00e4uden unter D\u00e4chern und in exponierten Nistk\u00e4sten br\u00fcten, erhitzen sich ihre Nistquartiere mitunter auf 60 bis 80 Grad Celsius. Auf der Suche nach Abk\u00fchlung am luftigen Nesteingang st\u00fcrzen dann immer wieder Jungtiere ab und bleiben hilflos am Boden liegen. Selbst wenn sie den Sturz unverletzt \u00fcberstehen, sind ihre \u00dcberlebenschancen leider gering. Denn im Gegensatz zu anderen Vogelarten f\u00fcttern Mauersegler ihre Jungen nicht au\u00dferhalb des Nestes. Helfen lassen sich die Jungv\u00f6gel nur mit einer Handaufzucht, sie sollten deshalb in die professionelle Obhut einer Wildvogelstation gegeben werden.<\/p>\n<\/div>\n<p>Gem\u00e4\u00df Bundesnaturschutzgesetz d\u00fcrfen Jungv\u00f6gel \u00fcbrigens nur vor\u00fcbergehend und nur dann aufgenommen werden, wenn sie verletzt oder krank, und somit tats\u00e4chlich hilflos sind. Jungv\u00f6gel, die mit nach Hause genommen werden, haben selbst bei fachgerechter Pflege deutlich schlechtere \u00dcberlebenschancen als in der Natur. Die elterliche F\u00fcrsorge in der Naturaufzucht kann niemals ersetzt werden, so dass die Handaufzucht immer nur die zweitbeste L\u00f6sung ist. Nur bei deutlich geschw\u00e4cht wirkenden oder wirklich verwaisten V\u00f6geln ist die Handaufzucht zu empfehlen, wie auch in F\u00e4llen, in denen durch Unwetter, Bauma\u00dfnahmen oder dergleichen der Nistplatz zerst\u00f6rt ist.<\/p>\n<p>Zur Gew\u00e4hrleistung der tiergerechten Aufzucht und auch zur Vermeidung der Gefahr der Fehlpr\u00e4gung auf den Menschen, welche eine sp\u00e4tere Wiederauswilderung nahezu unm\u00f6glich macht, sollten solche Jungv\u00f6gel nach M\u00f6glichkeit in eine anerkannte Auffangstation oder Vogelpflegestation gebracht werden.<\/p>\n\n\n<p><strong>Informationen zum Umgang mit Wildtieren der St\u00e4dteregion Aachen<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.staedteregion-aachen.de\/de\/navigation\/aemter\/umweltamt-a-70\/natur-und-landschaft\/wildtier-gefunden-was-tun\">https:\/\/www.staedteregion-aachen.de\/de\/navigation\/aemter\/umweltamt-a-70\/natur-und-landschaft\/wildtier-gefunden-was-tun<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber das<strong> Wildtier-Telefon 0241\/5198-2600<\/strong>, eine Kooperation von Stadt Aachen und St\u00e4dteregion, gibt es in der Zeit von 9 bis 16 Uhr Beratung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr zur Brutzeit h\u00e4ufen sich Fundmeldungen \u00fcber scheinbar hilflose Jungv\u00f6gel und andere Tierkinder, die aus dem Nest gefallen sind. 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