{"id":1805,"date":"2018-10-31T12:03:40","date_gmt":"2018-10-31T11:03:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=1805"},"modified":"2020-09-16T14:37:18","modified_gmt":"2020-09-16T12:37:18","slug":"die-feldlerche-ist-vogel-des-jahres-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/die-feldlerche-ist-vogel-des-jahres-2019\/","title":{"rendered":"Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p class=\"ox-982f65ef83-ox-5d04a032c5-MsoNormal\"><strong>Typischer Agrarvogel im Sinkflug | Jede zweite Feldlerche in Nordrhein-Westfalen verschwunden | Start der Mitmach-Aktion &#8222;Meine 114 Eu<\/strong><strong>ro&#8220;<\/strong><\/p>\n<p class=\"ox-982f65ef83-ox-5d04a032c5-MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1808\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche-vogel-des-jahres-2019-1000x664.jpg\" alt=\"\" width=\"466\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche-vogel-des-jahres-2019-1000x664.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche-vogel-des-jahres-2019-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche-vogel-des-jahres-2019.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche-vogel-des-jahres-2019-300x199@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/>Der NABU und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund f\u00fcr Vogelschutz, haben die Feldlerche (<em>Alauda arvensis<\/em>) zum \u0084Vogel des Jahres 2019\u0093 gew\u00e4hlt. Mit der Auswahl verbinden die Verb\u00e4nde die Forderung nach einer grundlegenden \u00c4nderung der europ\u00e4ischen Agrarpolitik. Auf den Star, Vogel des Jahres 2018, folgt damit ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft. Zudem k\u00fcren der NABU und der LBV die Feldlerche zum zweiten Mal zum \u0084Vogel des Jahres\u0093 nach 1998.\u00a0\u0084Diese Ehre wurde bisher nur wenigen V\u00f6geln zuteil. Trotz aller Anstrengungen war die erste Wahl zum Vogel des Jahres leider nicht genug, um die Art zu retten. Denn der alarmierende R\u00fcckgang bei den Best\u00e4nden dieses ehemaligen Allerweltvogels setzt sich fort\u0093, sagt Heinz Kowalski, NABU-Pr\u00e4sidiumsmitglied.<\/p>\n<p>\u0084Nur noch wenige kennen und h\u00f6ren den Gesang der Feldlerche am Himmel. Intensivkulturen mit Wintergetreide, Mais und Raps, fehlende Brachfl\u00e4chen und der R\u00fcckgang von Insekten verringern ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage\u0093, sagt Norbert Sch\u00e4ffer, LBV-Vorsitzender.<\/p>\n<p>Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend f\u00fcr andere Feldv\u00f6gel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zum Hauptgrund f\u00fcr das Artensterben in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb f\u00fcr die derzeit laufenden Verhandlungen \u00fcber die k\u00fcnftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern. Derzeit flie\u00dfen j\u00e4hrlich 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen \u00fcberwiegend als pauschale Fl\u00e4chenpr\u00e4mien an Landwirte. Das sind 114 Euro pro EU-B\u00fcrger. Diese Gelder m\u00fcssen k\u00fcnftig statt in Massenproduktion gezielt f\u00fcr eine naturvertr\u00e4gliche Landwirtschaft investiert werden, um Arten wie die Feldlerche zu retten. Bisher haben sich jedoch weder die Bundeskanzlerin noch ihre Agrarministerin Julia Kl\u00f6ckner am Verhandlungstisch in Br\u00fcssel klar dazu bekannt. Die Feldlerche \u0096 und mit ihr unsere l\u00e4ndlichen Lebensr\u00e4ume mit ihrer ganzen Artenvielfalt \u0096 haben jedoch nur eine Chance, wenn die Bundesregierung auf EU-Ebene die Weichen der Agrarpolitik richtig stellt.\u00a0NABU und LBV rufen bei der Mitmach-Aktion \u0084Meine 114 Euro\u0093 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern auf, ihre W\u00fcnsche an eine Agrarreform EU-Parlamentariern aus ihrem Wahlkreis zu \u00fcbermitteln und so zur Rettung der Feldlerche und anderer Feldv\u00f6gel beizutragen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1807 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/postkarte-zur-114-euro-kampagne-1000x560.jpg\" alt=\"\" width=\"714\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/postkarte-zur-114-euro-kampagne-1000x560.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/postkarte-zur-114-euro-kampagne-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/postkarte-zur-114-euro-kampagne.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/postkarte-zur-114-euro-kampagne-300x168@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 714px) 100vw, 714px\" \/><\/p>\n<p>Mit zwischen 1,3 und 2 Millionen Revieren geh\u00f6rt die Feldlerche immer noch zu den h\u00e4ufigen V\u00f6geln Deutschlands. Allerdings befinden sich ihre Best\u00e4nde in einem deutlichen Sinkflug. Ein Drittel der Feldlerchen sind in den vergangenen 25 Jahren bundesweit verschwunden. Zwischen 1990 und 2015 gab es einen Bestandsr\u00fcckgang um 38 Prozent, wie offizielle Monitoringdaten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten belegen. In Nordrhein-Westfalen hat der Bestand der Feldlerche sogar um mehr als 50 Prozent in den vergangenen 25 Jahren abgenommen und wird hier mittlerweile auf unter 100.000 Brutpaare gesch\u00e4tzt. Damit wird die Feldlerche in der aktuellen Roten Liste der Brutvogelarten in Nordrhein-Westfalen (2016) als gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p>Die Feldlerche kann in der heutigen Agrarlandschaft wegen der schnell und dicht aufwachsenden gro\u00dffl\u00e4chigen Intensivkulturen oft nur noch eine Brut aufziehen. Wo auf riesigen Fl\u00e4chen nur undurchdringbares Wintergetreide, Raps oder Mais wachsen, fallen die \u00fcberlebenswichtigen zweiten und dritten Bruten aus. Wenn die Lerchen deswegen auf die vegetationsfreien Fahrspuren im Feld ausweichen, werden sie h\u00e4ufig Opfer von Nestr\u00e4ubern oder von Maschinen \u00fcberrollt. Heute fehlt meist die Auflockerung der Landschaft durch Brachen, Sommergetreide oder extensiv genutztes Gr\u00fcnland, wo die V\u00f6gel auch im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr noch br\u00fcten k\u00f6nnten. Hielten sich 1990 noch Brach- und Maisanbaufl\u00e4chen die Waage, gab es 2010 bereits zwanzig Mal mehr Maisfl\u00e4chen. Auch in \u00dcberwinterungsgebieten des Zugvogels haben sich die Nahrungsbedingungen f\u00fcr den Zugvogel durch die Intensivierung der Landwirtschaft und durch Pestizide weiter verschlechtert.<\/p>\n<p>Der Feldlerche hilft dann auch ihre perfekte Tarnung nicht mehr. Mit nur 16 bis 18 Zentimetern K\u00f6rperl\u00e4nge und der beige bis r\u00f6tlich-braunen Gefiederf\u00e4rbung an der Oberseite ist sie im Stoppelfeld gut getarnt. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen L\u00e4ngsstreifen und Strichen am Oberkopf und einer kleine Federhaube. Die Nahrung der Feldlerche ist abh\u00e4ngig von den Jahreszeiten. In den kalten Monaten begn\u00fcgt sie sich mit Pflanzenteilen und S\u00e4mereien. Im Fr\u00fchling kommen Insekten, Regenw\u00fcrmer oder andere Kleintiere dazu, die besonders f\u00fcr den Feldlerchen-Nachwuchs ein wichtiges Kraftfutter sind.<\/p>\n<p>Unsere Ohren nehmen Feldlerchen eher wahr als die Augen. Die M\u00e4nnchen singen meist im Flug aus einer H\u00f6he von 50 bis 200 Metern, wo sie mit blo\u00dfem Auge kaum mehr zu erkennen sind. Ihr scheinbar endlos tirilierender Gesang bildet die traditionelle Klangkulisse unserer Agrarlandschaft. War es fr\u00fcher oft unm\u00f6glich, aus diesem Ger\u00e4uschteppich einen einzelnen Vogel herauszuh\u00f6ren, ist es heute eine Freude, \u00fcberhaupt eine Lerche zu h\u00f6ren. In manchen Gegenden ist der Himmel \u00fcber den Feldern sogar bereits stumm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Weitere Infos unter\u00a0<\/em><a href=\"http:\/\/www.vogel-des-jahres.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>www.Vogel-des-Jahres.de<\/em><\/a><em>\u00a0or\u00a0<\/em><a href=\"http:\/\/www.lbv.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>www.LBV.de<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Mehr zur Mitmach-Aktion\u00a0<\/em><em>\u0084<\/em><em>Meine 114 Euro<\/em><em>\u0093<\/em><em>:\u00a0<\/em><a href=\"http:\/\/www.neueagrarpolitik.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>www.NeueAgrarpolitik.eu<\/em><\/a>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Typischer Agrarvogel im Sinkflug | Jede zweite Feldlerche in Nordrhein-Westfalen verschwunden | Start der Mitmach-Aktion &#8222;Meine 114 Euro&#8220; Der NABU und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund f\u00fcr Vogelschutz, haben die Feldlerche (Alauda arvensis) zum&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":1808,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[75,28,4],"tags":[],"class_list":["post-1805","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ak-ornithologie","category-archiv","category-tiere-pflanzen"],"modified_by":"Carina Zacharias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1805","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1805"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1805\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2543,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1805\/revisions\/2543"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1808"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1805"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1805"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1805"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}