{"id":2194,"date":"2019-06-18T08:39:06","date_gmt":"2019-06-18T06:39:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=2194"},"modified":"2020-09-16T14:20:54","modified_gmt":"2020-09-16T12:20:54","slug":"der-aachener-wald-darf-nicht-zum-sportplatz-degradiert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/der-aachener-wald-darf-nicht-zum-sportplatz-degradiert-werden\/","title":{"rendered":"Der Aachener Wald darf nicht zum Sportplatz degradiert werden!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue Bike-Trails sind \u00f6kologisch nicht zu verantworten<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der \u00f6ffentlichen Diskussion um illegale Montainbike-Wege im Aachener Wald einerseits und die Forderung nach neuen \u201eBike-Trails\u201c andererseits warnt der NABU-Stadtverband Aachen davor, den Aachener Wald zum Sportplatz und zur blo\u00dfen Kulisse f\u00fcr sportliche Herausforderungen zu degradieren. Der Aachener Wald ist schon heute durch ein extrem dichtes Wegenetz erschlossen und wird intensiv f\u00fcr die Erholung genutzt. Nach Auffassung des NABU ist eine weitere Erh\u00f6hung des St\u00f6rpotenzials f\u00fcr st\u00f6rungsempfindliche und streng gesch\u00fctzte Tierarten\u00a0 (1)\u00a0 nicht vertretbar.<\/p>\n<p>NABU-Vorsitzender Claus Mayr: \u201eDas Bundeswaldgesetz und das Landesforstgesetz NRW lassen zwar das Befahren &#8222;fester Wege&#8220; zu (LFoG \u00a7 2 Abs. 2, 2), fordern aber von allen Erholungsnutzern R\u00fccksichtnahme auf andere Nutzer, in diesem Fall die Vertreter der `ruhigen Erholung\u00b4 wie Spazierg\u00e4nger und Wanderer, und vor allem auch R\u00fccksichtnahme auf die Lebensgemeinschaft Wald (LFoG \u00a7 2 Abs. 3) mit ihren spezifischen Tier- und Pflanzenarten\u201c. Daher empfiehlt auch das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN), in \u00f6kologisch sensiblen Gebieten auf die Ausweisung von MTB-Routen zu verzichten. Der NABU verweist zudem auf andere L\u00e4nder wie Baden-W\u00fcrttemberg, \u00d6sterreich oder die Niederlande, wo das Radfahren im Wald sehr viel st\u00e4rker reglementiert oder ganz verboten ist (3).<\/p>\n<p>Neben der St\u00f6rung empfindlicher Tierarten, wie z.B. der Wildkatze, seien bei illegalen Trails auch Bodenverdichtung und Besch\u00e4digung der Vegetation typische Folgen des Mountainbiking. Im Aachener Wald ist aufgrund des Sandbodens die Bodenerosion ein weiteres erhebliches Problem.\u00a0 Die mit Kartierungen befassten Ehrenamtler\u00a0 berichten nach Auskunft des NABU zudem, dass selbst die von den MTB-Verb\u00e4nden mit dem Forstamt beschlossenen freiwilligen Vereinbarungen &#8222;Respektvoll miteinander&#8220; h\u00e4ufig nicht eingehalten werden, etwa der Verzicht auf das Radfahren in der Dunkelheit (&#8222;Nachts \u00fcberlassen wir den Wald den Waldbewohnern&#8220;), sondern dass z.B. bei Fledermaus-Kartierungen oft MTB-Fahrer*innen mit Helm-Lampen o.\u00e4. angetroffen werden, die die n\u00e4chtliche Ruhe im Wald massiv st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der NABU lehnt daher eine weitere Zerschneidung des \u201e\u00d6cher B\u00f6sch\u201c durch zus\u00e4tzliche Bike-Trails strikt ab und fordert eine bessere Kontrolle der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Hier sieht der NABU allerdings auch den Gesetzgeber in der Pflicht. Mayr: \u201eUns ist bewusst, dass ein Teil des Problems in NRW bisher leider durch das Landesforstgesetz selbst verursacht wird. Radfahren ist danach im Wald zwar nur auf \u201eStra\u00dfen und festen Wegen\u201c erlaubt (LFoG \u00a7 2 Abs. 2), aber was sind \u201efeste Wege\u201c? Haben drei Mountainbiker einen Trampelpfad \u201equerwaldein\u201c befahren, h\u00e4lt der vierte ihn schon f\u00fcr einen \u201efesten Weg\u201c. Der Begriff muss also im Zuge der Novelle des Landesforstgesetzes klarer definiert werden. Die L\u00f6sung in Baden-W\u00fcrttemberg ist hierf\u00fcr ein gutes Vorbild!\u201c<\/p>\n<p>Hintergrundinformationen \/ Verweise:<\/p>\n<ul>\n<li>Z. b. die nach der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Richtlinie der EU und nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) gesch\u00fctzten Arten wie Haselmaus, Wildkatze, waldbewohnende Fledermausarten; zudem gesch\u00fctzte st\u00f6rungsempfindliche Waldbewohner unter den Vogelarten wie Schwarzspecht, Rotmilan, Kolkrabe und Schwarzstorch.<\/li>\n<li>Landesforstgesetz, \u00a7 2 (Abs\u00e4tze 2 und 3): <a href=\"https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/br_bes_detail?sg=0&amp;menu=1&amp;bes_id=3830&amp;anw_nr=2&amp;aufgehoben=N&amp;det_id=428092\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/br_bes_detail?sg=0&amp;menu=1&amp;bes_id=3830&amp;anw_nr=2&amp;aufgehoben=N&amp;det_id=428092<\/a><\/li>\n<li>In Baden-W\u00fcrttemberg z.B. d\u00fcrfen Waldwege nur ab 2 Meter Breite von Radfahrern genutzt werden, schm\u00e4lere Wege oder &#8222;Trampelpfade&#8220; nicht. Diese \u201e2-Meter-Regel\u201c w\u00e4re auch von den F\u00f6rstern einfach zu \u00fcberwachen. In anderen L\u00e4ndern sind die Regelungen zum Teil sogar noch strikter: in \u00d6sterreich besteht ein komplettes Verbot f\u00fcr Fahrr\u00e4der im Wald, selbst auf ausgebauten Forstwegen. Wer von den F\u00f6rstern erwischt wird, zahlt 150 Euro und mehr. In den niederl\u00e4ndischen Nationalparken ist das Radfahren h\u00e4ufig zum Schutz von bedrohten Reptilien (z.B. Kreuzotter) verboten, die sich gerne auf befestigten Wegen sonnen. Auch dort werden Verst\u00f6\u00dfe empfindlich bestraft.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.forstbw.de\/erleben-lernen\/erholung\/sport-im-wald\/radfahren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.forstbw.de\/erleben-lernen\/erholung\/sport-im-wald\/radfahren\/<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.oesterreich.gv.at\/themen\/freizeit_und_strassenverkehr\/freizeit_im_wald\/Seite.3750060.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.oesterreich.gv.at\/themen\/freizeit_und_strassenverkehr\/freizeit_im_wald\/Seite.3750060.html<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Bike-Trails sind \u00f6kologisch nicht zu verantworten Angesichts der \u00f6ffentlichen Diskussion um illegale Montainbike-Wege im Aachener Wald einerseits und die Forderung nach neuen \u201eBike-Trails\u201c andererseits warnt der NABU-Stadtverband Aachen davor, den Aachener Wald zum&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[28,56],"tags":[],"class_list":["post-2194","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv","category-waelder"],"modified_by":"Carina Zacharias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2194"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2194\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2195,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2194\/revisions\/2195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}