{"id":272,"date":"2013-11-07T09:17:25","date_gmt":"2013-11-07T08:17:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=272"},"modified":"2018-08-29T18:17:38","modified_gmt":"2018-08-29T16:17:38","slug":"deutsch-israelischer-fachkraefteaustausch-in-aachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/deutsch-israelischer-fachkraefteaustausch-in-aachen\/","title":{"rendered":"Deutsch-Israelischer Fachkr\u00e4fteaustausch in Aachen"},"content":{"rendered":"<p>Auf Einladung der Naturschutzjugend Deutschland (kurz NAJU) besuchten die Austauschpartner des gr\u00f6\u00dften Naturschutzverbandes Israels, der Society for the Protection of Nature in Israel (SPNI), das Land Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde an verschiedenen Stationen die Arbeit der NAJU und des NABU in NRW mit dem Ziel pr\u00e4sentiert, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Projekte ins Leben zu rufen. Der einw\u00f6chige Besuch stand unter dem Motto \u201ereduce-reuse-recycle\u201c, eine Initiative zur Schonung der nat\u00fcrlichen Ressourcen und zur Vermeidung von M\u00fcll.<\/p>\n<div class=\"image-page\">\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/files\/images\/DIFATuermchenwiese.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Die Teilnehmer des DIFA auf der T\u00fcrmchenwiese. Foto: NABU Aachen.<\/p><\/div>\n<p>Und am 16. und 17. Oktober 2013 war es dann endlich soweit: Die Vertreter des deutsch-israelischen Fachkr\u00e4fteaustausches besuchten auf ihrer Reise durch NRW auch Aachen. Die Aktiven des NABU Aachen, allen voran die Umweltp\u00e4dagogin Petra M\u00fcller, nutzten die Gelegenheit, um ihre Umweltbildungsarbeit vor Ort zu pr\u00e4sentieren. So wurde beispielsweise der Gemeinschaftsgrundschule Gut Kullen, mit der der NABU Aachen bereits seit 2007 eine erfolgreiche Kooperation durchf\u00fchrt, ein Besuch abgestattet. Nach einer herzlichen Begr\u00fc\u00dfung durch Lehrer und Sch\u00fcler zeigten die Kinder der GGS Gut Kullen bei einer kurzen Exkursion ihr \u201eGr\u00fcnes Klassenzimmer\u201c auf einem vergessenen St\u00fcck Bauland, das in gerade einmal drei Projekttagen zum Thema \u201eKlima\u201c entstand. Durch den regelm\u00e4\u00dfigen Besuch des St\u00fcckchens Brachland ist dieses f\u00fcr die Kinder keinesfalls nur die M\u00fcllkippe des Viertels \u2013 wie viele Au\u00dfenstehende meinen \u2013 sondern vielmehr ein St\u00fcck Natur mitten in der Stadt. In ihrem Schulgarten pr\u00e4sentierten die Sch\u00fcler stolz, wie sie zusammen mit dem NABU Aachen ihren Ganztag in der Schule mitgestalten.<\/p>\n<p>Von der Grundschule ging es dann bei strahlendem Sonnenschein zu Fu\u00df zur NABU-eigenen Streuobstwiese \u201eAm T\u00fcrmchen\u201c. Nicht nur das artenreiche Biotop selbst, das 2.000-5.000 Tierarten ein Zuhause bietet, begeisterte die israelischen Natursch\u00fctzer, sondern auch die vielen K\u00f6stlichkeiten, die die Streuobstwiese bereith\u00e4lt. So konnten sich die fern gereisten Natursch\u00fctzer alte Apfelsorten wie \u201eRotes Seidenhemdchen\u201c, \u201eSch\u00f6ner von Boskop\u201c und \u201eRote Sternrenette\u201c sowie den selbst produzierten Honig der NABU-Bienengruppe schmecken lassen.<\/p>\n<p>Gest\u00e4rkt ging es dann unter fachkundiger Begleitung der Umweltp\u00e4dagogin Monika Neli\u00dfen zum Dreil\u00e4ndereck. Und bei diesem Weg waren alle gemeinsam Grenzg\u00e4nger in Europa \u2013 ganz ohne Hindernisse. Beim anschlie\u00dfenden Kaffeeklatsch in Vaals und dem Besuch der Gesch\u00e4ftsstelle am Preusweg konnten sich die israelischen G\u00e4ste mit weiteren NABU-Aktiven auch \u00fcber diese Erfahrung austauschen.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag in Aachen standen zun\u00e4chst der Besuch des J\u00fcdischen Friedhofs an der L\u00fctticher Stra\u00dfe und eine F\u00fchrung durch die J\u00fcdische Gemeinde Aachens auf dem Programm. Sp\u00e4ter ging es f\u00fcr die Mitglieder der SPNI nach Eilendorf. Dort wurde die soziale Einrichtung \u201eAachener Projektwerkstatt\u201c vorgestellt. Dieser besonders innovative M\u00f6belshop ist ein gelungenes Beispiel f\u00fcr die Umsetzung der Initiative \u201ereduce-reuse-recycle\u201c, denn hier werden von Mitb\u00fcrgern gespendete M\u00f6bel und Gegenst\u00e4nde des t\u00e4glichen Bedarfs aufgearbeitet und auf rund 5.000 m\u00b2 f\u00fcr den Verkauf an Leute mit kleinem Geldbeutel angeboten. Und nicht nur das: Auch das Recycling von allem, das in seine Wertbestandteile zerlegt werden kann, wird durch die Projektwerkstatt geleistet.<\/p>\n<p>Nach diesem spannenden Programm verlie\u00dfen die israelischen Natursch\u00fctzer Aachen und begaben sich zur n\u00e4chsten Station in NRW. Am Ende ihrer Reise durch das Bundesland waren sich alle einig, dass der Besuch viel Neues aufgezeigt hat, viele Ideen entstehen lie\u00df, aber auch eine Menge Fragen aufgeworfen hat. Den Zusammenhang zwischen dem eigenen Handeln und den weltweiten Auswirkungen, die unser Tun hat, brachte ein Teilnehmer auf den Punkt: \u201eEverything ist connected in life \u2013 the point is, to know it and to understand it.\u201c<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr des n\u00e4chsten Jahres werden einige Mitglieder der NAJU wieder nach Israel reisen, um sich die Fortschritte der Bem\u00fchungen des Austauschpartners in Israel z. B. im Hinblick auf die Wertstoffkreisl\u00e4ufe des Landes n\u00e4her anzuschauen. Auch Petra M\u00fcller vom NABU Aachen freut sich darauf, wieder mit dabei zu sein. F\u00fcr sie ist es besonders wichtig, Erfahrungen hinsichtlich der Umweltbildung an Schulen auszutauschen. Denn langfristig sollte die Umweltbildung zu einem festen Bestandteil f\u00fcr alle Schulkinder werden. Ein Blick \u00fcber den Tellerrand ist dabei unabdingbar, denn Naturschutz macht nicht an Grenzen halt!<\/p>\n<p>Hintergrund:<br \/>\nSeit 2011 besteht zwischen der NAJU und dem SPNI eine ganz besondere Verbindung. Regelm\u00e4\u00dfige Treffen zwischen den Natursch\u00fctzern beider L\u00e4nder und ein intensiver Austausch sowohl \u00fcber die Naturschutzarbeit der beiden Verb\u00e4nde als auch \u00fcber kulturelle und soziale Themen vereinen die Teilnehmer. Der NABU Stadtverband Aachen ist von Anfang an mit dabei. So hatte die Umweltp\u00e4dagogin Petra M\u00fcller bereits zweimal bei einer Stippvisite in Israel die Gelegenheit, die dortige Naturschutzarbeit und die Projekte von SPNI hautnah kennenzulernen und mitzuerleben. Dabei besuchte sie beispielsweise Naturschutzzentren, Schulprojekte, Gemeinschaftsg\u00e4rten und -zentren und selbstverst\u00e4ndlich auch die atemberaubende Natur Israels. F\u00fcr die Umweltp\u00e4dagogin ist dabei vor allem die intensive Bildungsarbeit der SPNI in den Schulen spannend und bereichernd.<\/p>\n<p>Israel ist weltweit einer der gr\u00f6\u00dften M\u00fcllproduzenten (pro Haushalt). Gerade weil das Land fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig relativ klein ist und M\u00fclltrennung bisher nicht praktiziert wird, nimmt die Bedeutung dieses Problems immer mehr zu. Erst seit wenigen Jahren gibt es in gerade einmal 31 Gemeinden ein Pilotprojekt, bei dem wenigstens Papier und Kompost getrennt gesammelt werden. Zumindest das noch ebenfalls sehr junge Recycling- und Pfandsystem wird von gr\u00f6\u00dferen Bev\u00f6lkerungsteilen angenommen. In der Aufkl\u00e4rung und Bewusstseinsbildung zum Thema Ressourcenschutz spielt gerade die junge Generation eine wichtige Rolle: So lernen beispielsweise die Kinder in der Schule etwas \u00fcber M\u00fclltrennung und geben dieses Wissen an ihre Eltern weiter. SPNI verfolgt diesen Ansatz in ihren Schulprojekten. Zudem ist SPNI Tr\u00e4ger zahlreicher Gemeinschaftsg\u00e4rten, in denen Kompost gesammelt und im Gartenbau verwendet wird.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Einladung der Naturschutzjugend Deutschland (kurz NAJU) besuchten die Austauschpartner des gr\u00f6\u00dften Naturschutzverbandes Israels, der Society for the Protection of Nature in Israel (SPNI), das Land Nordrhein-Westfalen. 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