{"id":2739,"date":"2020-04-24T18:10:54","date_gmt":"2020-04-24T16:10:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=2739"},"modified":"2020-09-16T14:08:31","modified_gmt":"2020-09-16T12:08:31","slug":"nabu-warnt-vor-hohem-waldverlust-durch-duerre-und-trockenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/nabu-warnt-vor-hohem-waldverlust-durch-duerre-und-trockenheit\/","title":{"rendered":"NABU warnt vor hohem Waldverlust durch D\u00fcrre und Trockenheit"},"content":{"rendered":"<div id=\"GroupWiseSection_1587725258000_Tizia.Labahn@NABU.DE_177962800DB60000BB646F6D39623233_\" class=\"GroupWiseMessageBody\">\n<div>\n<div id=\"attachment_2738\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2738\" class=\"size-medium wp-image-2738\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/forst-mit-d\u00fcrresch\u00e4den-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/forst-mit-d\u00fcrresch\u00e4den-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/forst-mit-d\u00fcrresch\u00e4den-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/forst-mit-d\u00fcrresch\u00e4den-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/forst-mit-d\u00fcrresch\u00e4den.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/forst-mit-d\u00fcrresch\u00e4den-300x225@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2738\" class=\"wp-caption-text\">Forst mit D\u00fcrresch\u00e4den &#8211; Foto: NABU\/Heinz Kowalski<\/p><\/div>\n<p>NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 31\/20 | 24. APRIL 2020<\/p>\n<p>________________________________________________________________<\/p>\n<p><strong>Umwelt\/Wald (zum Tag des Baumes, 25.4.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>NABU warnt vor hohem Waldverlust durch D\u00fcrre und Trockenheit <\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>Kr\u00fcger: Wir m\u00fcssen dem Wald die Chance zur Selbsthilfe geben<\/strong><\/span><\/p>\n<p>________________________________________________________________<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Berlin \u2013 Zum Internationalen Tag des Baumes weist der NABU auf die stark angespannte Situation unserer W\u00e4lder hin. \u201eDie negativen Folgen des Klimawandels werden am Wald besonders deutlich sichtbar. Momentan wirken viele B\u00e4ume durch den frischen Blattaustrieb vital, doch die aktuellen Entwicklungen lassen noch in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der Waldschadensfl\u00e4che bef\u00fcrchten. Gr\u00f6\u00dfenordnungen von 500.000 Hektar und mehr sind nicht mehr unvorstellbar\u201c, so NABU-Pr\u00e4sident J\u00f6rg-Andreas Kr\u00fcger.<\/p>\n<p>Die Jahre 2018 und 2019 waren au\u00dfergew\u00f6hnlich trocken und hei\u00df. 2018 war das w\u00e4rmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Neben den hohen Temperaturen f\u00fchrt der fehlende Niederschlag zu erh\u00f6htem Trockenstress f\u00fcr die W\u00e4lder \u2013 sichtbar durch die vermehrt absterbenden Fichtenw\u00e4lder und die zunehmenden Waldbr\u00e4nde.<\/p>\n<p>Das Bundeslandwirtschaftsministerium bezifferte die gesch\u00e4digte Waldfl\u00e4che f\u00fcr die Jahre 2018 bis 2020 bereits auf 245.000 Hektar mit einem Schadholzanfall von 160 Millionen Kubikmeter. Etwa 90 Prozent des Schadholzes entfallen dabei auf Nadelholz, vorwiegend Fichten. Der Anteil von Nadelw\u00e4ldern liegt derzeit bei \u00fcber 50 Prozent.<\/p>\n<p>Der Winter 2019\/2020 war erneut au\u00dferordentlich mild und durch die geringen Niederschl\u00e4ge sind die Wasservorr\u00e4te des Bodens noch immer nicht aufgef\u00fcllt. Borkenk\u00e4fer haben damit ideale Voraussetzungen f\u00fcr eine Massenvermehrung. Sie treffen auf vorgesch\u00e4digte Fichten, die sich auf Grund des andauernden Wassermangels nicht mit Harz gegen die Fichten wehren k\u00f6nnen. Unter diesen Umst\u00e4nden k\u00f6nnen bis zu drei Borkenk\u00e4fergenerationen entstehen. Dazu kommt die hohe Waldbrandgefahr.<\/p>\n<p>\u201eWir sind von den absterbenden W\u00e4ldern direkt betroffen. Vor allem in den Mittelgebirgen wird sich das Landschaftsbild massiv \u00e4ndern und die \u00f6kologische Leistungsf\u00e4higkeit der W\u00e4lder sinkt. Damit neue, angepasste W\u00e4lder aufwachsen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir den Klimawandel verlangsamen und begrenzen und schon heute dem Wald die Chance zur Selbsthilfe geben. Das geht nur, wenn wir endlich die Wurzel des Problems anpacken anstatt lediglich akute Br\u00e4nde zu l\u00f6schen \u2013 sprichw\u00f6rtlich und wortw\u00f6rtlich.\u201c, so Kr\u00fcger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um dem Wald die Chance zur Selbsthilfe zu geben, sind f\u00fcr den NABU folgende Aspekte von zentraler Bedeutung:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>In naturfernen Nadelbaumforsten muss der Umbau der W\u00e4lder hin zu baumartenreichen Laubmischw\u00e4ldern forciert werden.<\/li>\n<li>In durch Laubb\u00e4ume gepr\u00e4gte W\u00e4lder sollte das Kronendach als \u201eSonnenschirm\u201c geschlossen gehalten werden.<\/li>\n<li>Um mehr Wasser zu speichern, muss die Masse von lebenden und totem Holz vergr\u00f6\u00dfert werden. Auch abgestorbene B\u00e4ume haben wichtige Funktionen, etwa als Lebensraum, Schattenspender, Wasser- und N\u00e4hrstoffspeicher, und sollten zumindest teilweise im Wald belassen werden.<\/li>\n<li>Der Umbau naturferner W\u00e4lder kann nur gelingen, wenn Baumsamen und junge B\u00e4ume nicht nahezu vollst\u00e4ndig von Rehen und Hirschen aufgefressen werden. Die Jagd muss einen zentralen Beitrag zum Gelingen des Waldumbaus leisten.<\/li>\n<li>Um aus der Anpassung der W\u00e4lder unter ungest\u00f6rten Bedingungen auf den Klimawandel lernen zu k\u00f6nnen, sollten die Ziele der Bundesregierung, mindestens f\u00fcnf Prozent der Waldfl\u00e4che als Naturw\u00e4lder und zwei Prozent der Landfl\u00e4che als Wildnisgebiete der Natur zu \u00fcberlassen, rasch umgesetzt werden. Die Entwicklung der nat\u00fcrlichen Prozesse muss durch ein wissenschaftliches Monitoring intensiv begleitet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Der NABU hat seine Position zum Wald und Forstwirtschaft im Klimawandel in einem 12-Punkte Papier vorgestellt: <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/imperia\/md\/content\/nabude\/wald\/190829-nabu-wald-12-punkte-diskussionspapier.pdf\">https:\/\/www.NABU.de\/imperia\/md\/content\/nabude\/wald\/190829-nabu-wald-12-punkte-diskussionspapier.pdf<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Mehr Infos &amp; Pressefotos<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nabu.de\/pressebilder_wald\"><em>www.NABU.de\/pressebilder_wald<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr R\u00fcckfragen:<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Adler, NABU-Wald-Experte,<br \/>\nTel. +49 (0)30.28 49 84-1623, E-Mail: <u><a href=\"mailto:stefan.adler@NABU.de\">stefan.adler@NABU.de<\/a><\/u><\/p>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 31\/20 | 24. 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