{"id":274,"date":"2010-08-22T09:18:00","date_gmt":"2010-08-22T07:18:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=274"},"modified":"2020-09-16T15:47:20","modified_gmt":"2020-09-16T13:47:20","slug":"eifelteam-exkursionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/eifelteam-exkursionen\/","title":{"rendered":"Eifelteam-Exkursionen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><strong>Pressemeldung des NABU-Stadtverbandes Aachen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Datum: 22.08.2010<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><b>Autoren:\u00a0Dr. Manfred Aletsee &amp; Erwin Bausdorf<\/b><\/p>\n<div class=\"image-page\">\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/files\/images\/Konikhengst_MA_OVP_2010.png\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Manfred Aletsee<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"image-page\">\n<p>Die diesj\u00e4hrige Pfingstexkursion f\u00fchrte das NABU Eifelteam in den \u00f6stlich von Amsterdam gelegenen Nationalpark Oostvaardersplassen auf Flevoland. Dort wurden Konikpferde, Heckrinder und Rothirschen ausgesetzt und d\u00fcrfen ohne Jagd, F\u00fctterung und sonstige menschliche Eingriffe leben und sterben &#8211; einzigartig in Mitteleuropa.<\/p>\n<p>Ber\u00fchmt geworden ist der Park zun\u00e4chst durch seine Vogelwelt. Flevoland entstand 1968 nach dem Ende des Landgewinnungsprojektes im Ijsselmeer. Der urspr\u00fcnglich als Industriegebiet vorgesehene Teil zwischen den neuen St\u00e4dten Almere und Lelystad wurde schnell von vielen Vogelarten besiedelt. Neben gro\u00dfen Kolonien von Kormoranen und Graug\u00e4nsen, die von hier aus die Niederlande und auch den deutschen Niederrhein neu besiedelten, br\u00fcteten Silberreiher und Seidenreiher in den gro\u00dfen Schilfbest\u00e4nden das erste Mal seit \u00fcber einem Jahrhundert in den Niederlanden. 1974 wurde erstmalig ein 3.400 Hektar gro\u00dfes Gebiet als Naturreservat ausgewiesen. Heute umfasst der Park 5.600 Hektar.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"image-page\">\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/files\/images\/Konikpferde_MA_OVP_2010.png\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Manfred Aletsee<\/p><\/div>\n<p>Es war noch frisch, als wir uns am Samstag zum ersten Ausflug in Bewegung setzten. Aus dem Gesang der V\u00f6gel t\u00f6nte die Nachtigall von der anderen Seite des Kanals her\u00fcber, mehrere Kuckucke waren unterwegs, ein Eisvogel verzauberte den Blick, Gartenrotschwanz, Blaukehlchen, Teich- und Schilfrohrs\u00e4nger sangen um die Wette.<\/p>\n<p>Dann sahen wir die Konikpferde, eine Herde von etwa 50 Tieren. Alles sah friedlich aus, doch so recht trauten wir dem Frieden nicht. Ein Hengst stand quer auf dem Weg. Mit dem n\u00f6tigen Respekt huschten wir vorbei zu einer Aussichtskanzel.<br \/>\nIm Nationalpark leben heute 443 Rinder, 900 Pferde und 1.500 Rothirsche. Die Zahl der Rinder und Pferde ist seit fast 10 Jahren stabil, der Bestand der Rothirsche hat erst k\u00fcrzlich seine durch die Nahrungsressourcen begrenzte Kapazit\u00e4tsgrenze erreicht. Der strenge Winter 2009\/2010 hat viele Todesopfer unter den Rothirschen gefordert. \u00d6kologische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, die f\u00fcr alle Tiere gelten. In den deutschen Nationalparken hat man aber leider weiter Angst vor der Natur. So werden im Nationalpark Eifel genauso viele Huftiere, Rothirsche, Rehe und Wildschweine geschossen, wie vor seiner Gr\u00fcndung vor sechs Jahren.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"image-page\">\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/files\/images\/Schilflandschaft_MA_OVP_2010.png\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Foto: Manfred Aletsee<\/p><\/div>\n<p>Im \u201eGeisterwald\u201c von Oostvaardersplassen werden die gepflanzten Weiden regelm\u00e4\u00dfig von den Hirschen und Pferden gesch\u00e4lt, so dass die gro\u00dfen B\u00e4ume absterben. Ein nat\u00fcrlicher Prozess. Auf den nassen, n\u00e4hrstoffreichen B\u00f6den an der fast immer frostfreien K\u00fcste haben die gro\u00dfen Weideg\u00e4nger ganzj\u00e4hrig Futter, so dass sie gro\u00dfe Herden bilden und kleinere W\u00e4lder kaum eine \u00dcberlebenschance haben. Ganz im Gegensatz zu unseren heimischen Mittelgebirgen, wo eine Huftierpopulation von Natur aus viel geringer ist.<\/p>\n<p>Zu den ornithologischen H\u00f6hepunkten der Exkursion geh\u00f6rten Silberreiher, Rohrweihen, Kn\u00e4ck- und Kolbenenten, mehrere L\u00f6ffler und ein Brauner Sichler. Im Nationalparkzentrum dokumentiert ein Film die Jungenaufzucht des Seeadlers. Die Ansiedlung des Seeadlers ist das spektakul\u00e4rste Ereignis im Nationalpark in der j\u00fcngsten Zeit, denn Seeadler haben seit Menschengedenken nicht in den Niederlanden gebr\u00fctet.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemeldung des NABU-Stadtverbandes Aachen Datum: 22.08.2010 Autoren:\u00a0Dr. Manfred Aletsee &amp; Erwin Bausdorf Die diesj\u00e4hrige Pfingstexkursion f\u00fchrte das NABU Eifelteam in den \u00f6stlich von Amsterdam gelegenen Nationalpark Oostvaardersplassen auf Flevoland. 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