{"id":2749,"date":"2020-04-28T14:08:13","date_gmt":"2020-04-28T12:08:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=2749"},"modified":"2020-09-16T14:08:18","modified_gmt":"2020-09-16T12:08:18","slug":"blaumeisensterben-durch-bakterielle-infektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/blaumeisensterben-durch-bakterielle-infektion\/","title":{"rendered":"Blaumeisensterben durch bakterielle Infektion"},"content":{"rendered":"<div class=\"teaser-text\">\n<h4 class=\"gray-font\">Apathische Blaumeisen mit Atemproblemen<\/h4>\n<div id=\"attachment_2752\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kranke_blaumeise-e1588075386308.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2752\" class=\"wp-image-2752 size-medium\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/kranke_blaumeise-300x200.jpg\" alt=\"Kranke Blaumeise - Foto: NABU\/O. Sch\u00e4fer\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2752\" class=\"wp-caption-text\">Kranke Blaumeise &#8211; Foto: NABU\/O. Sch\u00e4fer<\/p><\/div>\n<p>Im Fr\u00fchling 2020 werden in Deutschland auffallend viele Blaumeisen beobachtet, die krank wirken und kurz darauf sterben. Wie Laboruntersuchungen best\u00e4tigen, ist das Bakterium <em>Suttonella ornithocola<\/em> verantwortlich, das bei Meisen eine Lungenentz\u00fcndung hervorruft. F\u00fcr Menschen und Haustiere ist der Erreger dagegen ungef\u00e4hrlich. Von der Krankheit betroffen sind anscheinend vor allem Blaumeisen, in einzelnen F\u00e4llen auch Kohlmeisen oder andere kleine Singv\u00f6gel. Die erkrankten V\u00f6gel werden meist in der Umgebung von Futterstellen in G\u00e4rten beobachtet und fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren. Es wurde beobachtet, dass Blaumeisen, die kurz darauf starben, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sa\u00dfen und keine Fluchtversuche bei sich n\u00e4hernden Menschen unternahmen. Weitere Symptome der Krankheit sind, dass die V\u00f6gel wirken, als h\u00e4tten sie Atemprobleme, Teile des Kopfgefieders sind ausgefallen, die Augen wirken verklebt. Sie nehmen kein Futter mehr auf oder k\u00f6nnen anscheinend nicht mehr schlucken. Manche Meisen wirken, als h\u00e4tten sie unstillbaren Durst. Auch in Aachen und Umgebung gibt es Verdachtsf\u00e4lle.<\/p>\n<h4 class=\"gray-font\">F\u00fctterung in betroffenen G\u00e4rten besser einstellen<\/h4>\n<p>Es liegt nahe, dass die Krankheit besonders dort \u00fcbertragen wird, wo viele V\u00f6gel aufeinandertreffen, worauf der \u00fcbliche Fundort in der N\u00e4he von Vogelf\u00fctterungen hinweist. Daher r\u00e4t der NABU grunds\u00e4tzlich dazu, bei Beobachtungen von mehr als einem kranken Vogel an F\u00fctterungen, diese F\u00fctterung und die Bereitstellung von Tr\u00e4nken sofort einzustellen \u2013 sozusagen als \u201eSocial Distancing\u201c f\u00fcr V\u00f6gel.<\/p>\n<p>Damit betroffene Vogelbest\u00e4nde sich m\u00f6glichst schnell wieder erholen k\u00f6nnen, ist es wichtig, den \u00fcberlebenden V\u00f6geln m\u00f6glichst gute Bedingungen f\u00fcr die anstehende Brutzeit zu bieten. Das erreicht man am besten durch einen m\u00f6glichst <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/umwelt-und-ressourcen\/oekologisch-leben\/balkon-und-garten\/tiere\/voegel\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">vogelfreundlichen und naturnahen Garten<\/a>.<\/p>\n<h4>Auff\u00e4llige Beobachtungen bitte melden<\/h4>\n<p>Um die tats\u00e4chliche Ausbreitung des Bakteriums dokumentieren zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, m\u00f6glichst viele Verdachtsf\u00e4lle im Labor best\u00e4tigen zu k\u00f6nnen. Daher wird die Bev\u00f6lkerung gebeten, Totfunde dem Bernhard-Nocht-Institut (BNI) in Hamburg zur Untersuchung zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dabei sollte die Meldung kranker oder toter Tiere m\u00f6glichst mit genauen Angaben zu Fundort, Funddatum und den n\u00e4heren Umst\u00e4nden des Fundes erfolgen. Diese Angaben k\u00f6nnen Sie auf der Seite des NABU-Bundesverbandes machen: <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/voegel\/gefaehrdungen\/krankheiten\/meisensterben.html#formular\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/voegel\/gefaehrdungen\/krankheiten\/meisensterben.html#formular<\/a><\/p>\n<p>Tote V\u00f6gel sollten baldm\u00f6glichst eingesammelt und frischtot eingeschickt werden. Dabei sollten folgende Punkte ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Obwohl nach aktuellem Wissenstand keine Infektionsgefahr von den V\u00f6geln ausgeht, wird zum Hantieren mit toten V\u00f6geln das Verwenden von Handschuhen oder einer umgest\u00fclpten Plastikt\u00fcte sowie eine anschlie\u00dfende H\u00e4ndereinigung empfohlen.<\/li>\n<li>Idealerweise sollten die V\u00f6gel mit einem Tiefk\u00fchlakku versehen (nicht einfrieren) und gut gepolstert versendet werden.\u00a0 In den Sommermonaten ist eine Isolation mit Styropor sinnvoll.<\/li>\n<li>Vermeiden Sie eine Versendung \u00fcber das Wochenende oder \u00fcber Feiertage.<\/li>\n<li>Ein Begleitschreiben mit der Angabe von dem Fundort, Funddatum und dem Absender sollte nat\u00fcrlich nicht fehlen.<\/li>\n<li>Leider k\u00f6nnen keine Versand- und andere Unkosten erstattet werden. Wie zahlreiche Mitmenschen unterst\u00fctzen Sie mit ihrer Zuarbeit jedoch die Erforschung des Blaumeisensterbens tatkr\u00e4ftig!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Untersuchungsstelle des BNI:<\/p>\n<p>Dr. Jonas Schmidt-Chanasit<br \/>\nBernhard-Nocht-Institut f\u00fcr Tropenmedizin<br \/>\nBernhard-Nocht-Stra\u00dfe 74<br \/>\n20359 Hamburg<br \/>\nTel. 040-42818-862, Fax 040-42818-941<br \/>\nluehken@bnitm.de<\/p>\n<p>Vermerk: Freigestellte veterin\u00e4rmedizinische Probe &#8211; Blaumeise<\/p>\n<p>In <strong>Aachen<\/strong> besteht die M\u00f6glichkeit die toten V\u00f6gel beim Amt f\u00fcr Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterin\u00e4rwesen der St\u00e4dteregion Aachen <strong>nach telefonischer Anmeldung<\/strong> abzugeben.\u00a0 Das Veterin\u00e4ramt ist wie folgt zu erreichen:<\/p>\n<p>Carlo-Schmid-Stra\u00dfe 4, 52146 W\u00fcrselen<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">Tel.: 0241-5198-0<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">Email: vetamt@staedteregion-aachen.de<\/div>\n<div class=\"teaser-text\"><strong>\u00d6ffnungszeiten:<\/strong><\/div>\n<div class=\"teaser-text\">montags, dienstags und donnerstags von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">mittwochs von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr<\/div>\n<div class=\"teaser-text\">freitags von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Apathische Blaumeisen mit Atemproblemen Im Fr\u00fchling 2020 werden in Deutschland auffallend viele Blaumeisen beobachtet, die krank wirken und kurz darauf sterben. 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