{"id":290,"date":"2014-02-20T09:28:32","date_gmt":"2014-02-20T08:28:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=290"},"modified":"2020-09-16T15:20:37","modified_gmt":"2020-09-16T13:20:37","slug":"nabu-gratuliert-zu-10-jahren-nationalpark-eifel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/nabu-gratuliert-zu-10-jahren-nationalpark-eifel\/","title":{"rendered":"NABU gratuliert zu 10 Jahren Nationalpark Eifel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><strong>Pressemeldung des NABU NRW<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Datum: 20.02.2014<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Autor: Birgit K\u00f6nigs<\/strong><\/p>\n<p><strong>Trotz Licht und Schatten in der Bilanz bleibt die Einrichtung des Nationalparks ein Meilenstein f\u00fcr den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen\/ NABU sieht Defizite in der Informationspolitik<\/strong><\/p>\n<p><strong>D\u00fcsseldorf<\/strong> \u2013 Seit zehn Jahren besteht der erste nordrhein-westf\u00e4lische Nationalpark in der Eifel. Anlass f\u00fcr den NABU, nun differenziert Bilanz zu ziehen: \u201eTrotz Licht und Schatten in der Entwicklung des Nationalparks bleibt seine Einrichtung ein Meilenstein f\u00fcr den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen\u201c, so Dr. Manfred Aletsee, NABU-Nationalparkexperte und Mitglied des Landesvorstands. Ein solches Gro\u00dfschutzgebiet erm\u00f6gliche nicht nur die gro\u00dffl\u00e4chige nat\u00fcrliche Entwicklung heimischer Laubw\u00e4lder, es sichere auch zahlreichen bedrohten Arten wie Wildkatze, Uhu und Mittelspecht langfristiges \u00dcberleben und trage damit erheblich zum Erhalt der heimischen Biodiversit\u00e4t bei \u2013 ein wesentliches Ziel der nordrhein-westf\u00e4lischen Naturschutzpolitik. Um dieses Ziel zuk\u00fcnftig landesweit zu gew\u00e4hrleisten, sei die Einrichtung eines zweiten Nationalparks unerl\u00e4sslich. Der NABU fordert die Landesregierung deshalb auf, dieses Ziel in Ostwestfalen weiter zu verfolgen.<br \/>\n\u201eDie M\u00f6glichkeit, dass sich Natur ohne menschliches Zutun und ohne menschlichen Einfluss in ihrer urspr\u00fcnglichen \u201eWildheit\u201c entwickeln kann, ist nicht nur f\u00fcr die Natur ein Vorteil, sondern auch f\u00fcr die Menschen\u201c, sagt Aletsee weiter. So erm\u00f6gliche der Nationalpark Eifel mit seinen zahlreichen Angeboten an Exkursionen, F\u00fchrungen und Vortr\u00e4gen &#8211; auch in Zusammenarbeit mit den Naturschutzverb\u00e4nden &#8211; Natur hautnah zu erleben. Bei aller Tourismusfreundlichkeit m\u00fcsse f\u00fcr einen Nationalpark aber sein eigentlicher Zweck, n\u00e4mlich der Schutz der Natur, im Mittelpunkt stehen.<br \/>\n\u201eWenn all diese Angebote dazu beitragen, zu vermitteln, dass Natur nicht an den Nationalparkgrenzen aufh\u00f6rt, dass Tierarten wie der Schwarzstorch oder bestimmte Fledermausarten gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen ben\u00f6tigen, um stabile Best\u00e4nde aufzubauen, und dass darauf auch im Umland des Nationalparks R\u00fccksicht zu nehmen ist, dann ist dies auch ein gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr den Naturschutz\u201c, so Aletsee. Deshalb sei eine gro\u00dfe windparkfreie Zone im Umland f\u00fcr den NABU nicht nur eine Forderung, sondern eine naturschutzfachlich begr\u00fcndete Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Hier seien insbesondere die umliegenden Kommunen gefragt, die sich gerne im Nationalparkimage sonnen und vom aufbl\u00fchenden Tourismus profitieren m\u00f6chten, aber nicht bereit seien, auch ihren Beitrag zu leisten und auf Windkraftanlagen in den Brutrevieren von Schwarzst\u00f6rchen zu verzichten.<br \/>\nKritik \u00fcbt der NABU NRW an den nach wie vor ungel\u00f6sten Problemen des Nationalparks Eifel. Insbesondere sei der Nationalparkgedanke bei weitem nicht ausreichend umgesetzt: \u201eSchafherden m\u00f6gen den Landschaftsromantiker reizen, haben jedoch in einem Nationalpark, in dem sich Wildnis entwickeln soll, nichts zu suchen\u201c, kritisiert Aletsee. Unter dem Label Wildbestandsregulierung werde weiter gejagt &#8211; selbst auf Rehe. Die Abschusszahlen seien dabei so hoch wie in einem normalen Wirtschaftswald.<br \/>\nEin gro\u00dfes Manko sei zudem die unzureichende Kommunikation mit und teils fehlerhafte Information der breiten \u00d6ffentlichkeit: Der Nationalpark werde als Wildnis verkauft, er sei es aber noch nicht. Aletsee: \u201eEine Fichtenmonokultur im Nationalpark, die durch Wind und Borkenk\u00e4fer zusammenbricht, mag &#8218;wild&#8216; aussehen, ist aber naturfern. Vielmehr holt sich die Natur eine Fl\u00e4che zur\u00fcck, die der Mensch mit f\u00fcr die Eifel gebietsfremden B\u00e4umen bepflanzt hat. Erst wenn sich hier wieder ein Wald aus heimischen Laubgeh\u00f6lzen entwickelt hat und dieser sich ein bis mehrere Jahrhunderte selbst \u00fcberlassen bleibt, kann man wieder von Wildnis sprechen.\u201c Zu dieser Entwicklung geh\u00f6rten dann auch Reh, Rothirsch und Wildschwein.<br \/>\nNaturschutzfachlich nicht zu kritisieren seien aus Sicht des NABU jedoch die j\u00fcngst \u00f6ffentlich an den Pranger gestellten Kahlschl\u00e4ge naturferner Fichtenmonokulturen in Bacht\u00e4lern. \u201eDer Nationalpark Eifel ist ein Entwicklungsnationalpark, deshalb ist ein solches Vorgehen naturschutzfachlich sinnvoll\u201c, erkl\u00e4rt der NABU-Nationalparkexperte. Allerdings sei es nicht nachvollziehbar, dass die Nationalparkfl\u00e4che nach den Richtlinien des FSC zertifiziert ist. Denn der Nationalpark sei kein Wirtschaftswald. Langfristiges Ziel des Nationalparks sei eine von Menschen unbeeinflusste Entwicklung. Die FSC-Zertifizierung der Nationalparkw\u00e4lder sei deshalb wieder aufzuheben. All diese Zusammenh\u00e4nge m\u00fcssten entsprechend transparent in die breite \u00d6ffentlichkeit kommuniziert werden. Nur so lie\u00dfen sich Missverst\u00e4ndnisse vermeiden und ein r\u00fccksichtsvoller Umgang der Bev\u00f6lkerung mit der Natur dauerhaft gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nF\u00fcr R\u00fcckfragen:<br \/>\nDr. Manfred Aletsee, Landesvorstand NABU NRW und NABU Eifelteam, 0171-6578287<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemeldung des NABU NRW Datum: 20.02.2014 Autor: Birgit K\u00f6nigs Trotz Licht und Schatten in der Bilanz bleibt die Einrichtung des Nationalparks ein Meilenstein f\u00fcr den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen\/ NABU sieht Defizite in der Informationspolitik&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[53,28],"tags":[],"class_list":["post-290","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nationalpark-eifel","category-archiv"],"modified_by":"Carina Zacharias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=290"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1740,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/290\/revisions\/1740"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}