{"id":2986,"date":"2022-03-01T14:00:00","date_gmt":"2022-03-01T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=2986"},"modified":"2022-03-04T14:02:43","modified_gmt":"2022-03-04T13:02:43","slug":"efeu-nicht-von-baeumen-entfernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/efeu-nicht-von-baeumen-entfernen\/","title":{"rendered":"Efeu nicht von B\u00e4umen entfernen"},"content":{"rendered":"<h2><em>\u00d6kologisch wertvoller Bewuchs<\/em><\/h2>\n<div id=\"attachment_2988\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2988\" class=\"size-medium wp-image-2988\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/efeu-300x225.jpg\" alt=\"Durchtrennter Efeutrieb bei den Sieben Quellen (Foto: G. Maxam)\" width=\"300\" height=\"225\"><p id=\"caption-attachment-2988\" class=\"wp-caption-text\">Durchtrennter Efeutrieb bei den Sieben Quellen (Foto: G. Maxam)<\/p><\/div>\n<p><strong>Aachen.<\/strong> Vermehrt fallen abgeschnittene Efeutriebe (<em>Hedera helix<\/em>) an Baumst\u00e4mmen im Stadtgebiet auf. So beobachtete bspw. Helmut Kreusch, Ansprechpartner f\u00fcr Botanik beim NABU-Stadtverband Aachen, armdicke, durchtrennte Efeutriebe in Sief und anderenorts. \u201eDie Leute denken, sie tun den B\u00e4umen etwas Gutes, dabei machen sie viel mehr kaputt als sie retten\u201c, sagt Kreusch. So ist eine weit verbreitete Furcht, der Efeu&nbsp; k\u00f6nne den Baum sch\u00e4digen oder gar abt\u00f6ten. Diese Sorgen sind jedoch unbegr\u00fcndet. Ganz im Gegenteil profitieren nicht nur die B\u00e4ume, sondern auch zahlreiche Tierarten von dem \u00f6kologisch hochwertigen Efeubewuchs.<\/p>\n<p><strong>Kinderstube und Nahrungsquelle<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_2989\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2989\" class=\"size-medium wp-image-2989\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/efeu-seidenbiene_u_schwenk-300x200.jpeg\" alt=\"Die Efeu-Seidenbiene, die letzte im Jahreslauf noch fliegende Wildbienenart, ist auf den Efeu explizit angewiesen (Foto: U. Schwenk)\" width=\"300\" height=\"200\"><p id=\"caption-attachment-2989\" class=\"wp-caption-text\">Die Efeu-Seidenbiene, die letzte im Jahreslauf noch fliegende Wildbienenart, ist auf den Efeu explizit angewiesen (Foto: U. Schwenk)<\/p><\/div>\n<p>So bietet das Blattwerk im Fr\u00fchjahr einen Unterschlupf f\u00fcr Insekten sowie Brutm\u00f6glichkeiten f\u00fcr V\u00f6gel wie etwa Amseln, Zaunk\u00f6nige, Sommergoldh\u00e4hnchen oder den Zilpzalp. Im Herbst kommt dem Efeu als Nahrungsquelle f\u00fcr Insekten eine hohe Bedeutung zu, denn er bl\u00fcht von September bis sp\u00e4t in den Herbst hinein, wenn die meisten anderen Pflanzen verbl\u00fcht sind und keinen n\u00e4hrreichen Nektar mehr bieten. Zu den zahlreichen Besuchern der Efeubl\u00fcten in dieser Zeit geh\u00f6ren Schwebfliegen, Marienk\u00e4fer, Schmetterlinge wie der Admiral, Ameisen, Bienen, Faltenwespen, Solit\u00e4rwespen oder Feuerwanzen. Allerdings: erst wenn der Efeu rund 20 Jahre alt geworden ist und nicht zu stark beschnitten wurde, bildet er Bl\u00fcten aus. Im Winter sind dann die Beeren ein beliebtes Nahrungsangebot f\u00fcr V\u00f6gel wie bspw. Amseln, Drosseln oder Stare.<\/p>\n<p><strong>Efeu ist kein Schmarotzer<\/strong><\/p>\n<p>Viele Mythen ranken sich um den Efeu. Doch entgegen dem weitverbreiteten Glauben ist die Kletterpflanze kein Schmarotzer, sie entzieht den B\u00e4umen weder N\u00e4hrstoffe noch Wasser und sondert auch keine sch\u00e4digenden Substanzen ab. Efeu braucht lediglich eine St\u00fctze, um in die H\u00f6he zu wachsen. Tats\u00e4chlich kann das \u00fcppige Wachstum des Efeus f\u00fcr kleine oder schwache B\u00e4ume ein Problem werden, wenn er sie \u00fcberwuchert und ausdunkelt. Doch f\u00fcr ausgewachsene B\u00e4ume besteht keine Gefahr des Einbrechens und die Efeupflanze hat sogar eine positive Wirkung. So sch\u00fctzt ihr dichtes Blattwerk den Baum im Sommer vor direkter Sonneneinstrahlung und Verdunstung sowie im Winter vor Frost.<\/p>\n<p>Dass der Efeu in den Baum einwachsen, ihn ersticken oder erw\u00fcrgen k\u00f6nne, ist ebenfalls ein Irrtum. Genaue Beobachter werden feststellen, dass kein Einwachsen zu erkennen ist. Genauso gibt es keine Konkurrenz um Licht, da Efeu im Bereich der sogenannten Schattenkrone w\u00e4chst, welche nur ein Drittel der Photosyntheseleistung des Baums ausmacht.<\/p>\n<p><strong>Auch innerst\u00e4dtisch wertvoll<\/strong><\/p>\n<p>In der Innenstadt mit wenigen Freifl\u00e4chen sind Efeuw\u00e4nde ebenfalls bedeutsame Kleinbiotope und Garanten f\u00fcr Artenvielfalt. Dar\u00fcber hinaus besitzen sie herausragende positive lokalklimatische, luftreinigende und nat\u00fcrlich \u00e4sthetische Aspekte. \u00c4hnlich wie bei B\u00e4umen mildert das Efeulaub Temperaturextreme und filtert Feinstaub aus der Luft. Da die Pflanze wenige Anspr\u00fcche an Boden, Licht und Wasserversorgung stellt \u2013 nur zu trocken darf es nicht sein \u2013 w\u00e4chst sie auch dort noch gut, wo kein Platz f\u00fcr B\u00e4ume ist. Aus \u00f6kologischer wie stadtklimatischer Hinsicht ist es daher ausgesprochen nachteilig, dass der Efeu bei der Gr\u00fcnpflege offenbar auf der Liste der unerw\u00fcnschten Pflanzen steht und gnadenlos gekappt wird, wo immer er sich zu weit hinaufwagt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kologisch wertvoller Bewuchs Aachen. Vermehrt fallen abgeschnittene Efeutriebe (Hedera helix) an Baumst\u00e4mmen im Stadtgebiet auf. So beobachtete bspw. Helmut Kreusch, Ansprechpartner f\u00fcr Botanik beim NABU-Stadtverband Aachen, armdicke, durchtrennte Efeutriebe in Sief und anderenorts. \u201eDie&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":2988,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[2,56],"tags":[],"class_list":["post-2986","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-waelder"],"modified_by":"Carina Zacharias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2986"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2986\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4623,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2986\/revisions\/4623"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}