{"id":3137,"date":"2020-09-23T11:26:55","date_gmt":"2020-09-23T09:26:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=3137"},"modified":"2020-09-23T11:26:56","modified_gmt":"2020-09-23T09:26:56","slug":"gaerten-des-grauens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/gaerten-des-grauens\/","title":{"rendered":"G\u00e4rten des Grauens"},"content":{"rendered":"<p><em>Der NABU Aachen fordert ein verbindliches Verbot von Schotterg\u00e4rten und mehr Arten- und Klimaschutz in der Stadt<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Aachen. Immer mehr Hausbesitzer und -besitzerinnen greifen bei der Gestaltung ihrer Vorg\u00e4rten zu Kies und Schotter. Damit wird V\u00f6geln, Insekten und Kleins\u00e4ugern Nahrung und Lebensraum genommen, Regenwasser kann nicht mehr versickern und die Steine tragen zur Erw\u00e4rmung der Umgebung bei. Trotz der breiten gesellschaftlichen Diskussionen um den Klimawandel und den R\u00fcckgang der Insekten scheint in Aachen und vielen anderen Kommunen jedoch der Handlungswille zu fehlen, ganz konkret gegen die Schotterung von Vorg\u00e4rten vorzugehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_DietmarOeliger-1000x750.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3138\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_DietmarOeliger-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_DietmarOeliger-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_DietmarOeliger-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_DietmarOeliger.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_DietmarOeliger-300x225@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Ein klassicher Schottergarten. Bild: NABU\/Dietmar Oeliger<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;\u00dcber das Insekten- und Vogelsterben nur zu klagen, hilft keiner einzigen Wildbiene auf der Suche nach Nektar und keiner Amsel, die nach einem Wurm sucht.&#8220;<\/p><cite>Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Verbot bleibt bislang ohne Wirkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherigen Vorschriften der Landesbauordnung (BauO NRW) laufen in der Praxis komplett ins Leere. Obwohl darin seit 2018 festgeschrieben ist, dass \u201enicht mit Geb\u00e4uden oder vergleichbaren baulichen Anlagen \u00fcberbaute Fl\u00e4chen der bebauten Grundst\u00fccke 1. wasseraufnahmef\u00e4hig zu belassen oder herzustellen und 2. zu begr\u00fcnen oder zu bepflanzen sind, [\u2026]\u201c entstehen ungebremst \u00fcberall im Land neue Schotterg\u00e4rten. \u201eDamit einher geht oftmals die Zerst\u00f6rung ehemals artenreicher Vorg\u00e4rten\u201c, sagt Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW. \u201eDie Landesregierung muss deshalb eine klare Ansage machen und angesichts der anhaltenden Nichtumsetzung geltenden Rechts Schotterg\u00e4rten explizit und unmissverst\u00e4ndlich in der Landesbauordnung ausschlie\u00dfen.\u201c \u00dcber das Insekten- und Vogelsterben nur zu klagen, helfe keiner einzigen Wildbiene auf der Suche nach Nektar und keiner Amsel, die nach einem Wurm sucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Claus Mayr, erster Vorsitzender des NABU-Stadtverbandes Aachen, weist darauf hin, dass die verantwortlichen Baubeh\u00f6rden das Verbot kontrollieren und umsetzen sollten. \u201eF\u00fcr neue Bebauungspl\u00e4ne und Satzungen f\u00fcr Neubaugebiete haben alle Verb\u00e4nde des Runden Tisches Klimanotstand Aachen gefordert, Schotterg\u00e4rten zu verbieten\u201c, so Mayr. \u201eDie Pl\u00e4ne der Stadt, die Bauherr*innen nur zu beraten und zu bitten, sind viel zu schwach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(Mehr Informationen zu den Forderungen des Runden Tisches Klimanotstand Aachen gibt es <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.runder-tisch-klimanotstand-ac.de\/unsere-forderungen\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus \u00f6kologischer Sicht v\u00f6llig wertlos<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4tzungen gehen von bundesweit circa 15% in Schotterg\u00e4rten umgewandelte Vorgartenfl\u00e4che aus. Zur Gestaltung eines Schottergartens muss die Humusfl\u00e4che abgetragen werden, der verbleibende Grund wird entweder mit einem undurchl\u00e4ssigen Vlies oder einer wasserdurchl\u00e4ssigen Folie abgedeckt. Im Anschluss wird die Fl\u00e4che mit Kleinsteinen aufgef\u00fcllt. Solche versiegelten Fl\u00e4chen sind aus \u00f6kologischer Sicht v\u00f6llig wertlos. Sie beschleunigen nicht nur das Insektensterben im Siedlungsraum, sondern wirken sich auch insgesamt negativ auf den Artenreichtum aus. Zudem verst\u00e4rkt dieser Trend die sowieso schon negativen Auswirkungen des Klimawandels in den Kommunen. So speichern die Steine W\u00e4rme und strahlen sie wieder ab, w\u00e4hrend Pflanzen den Boden beschatten und f\u00fcr Verdunstungsk\u00fchle sorgen. Die versiegelte Fl\u00e4che steht auch nicht mehr zur Versickerung von Niederschl\u00e4gen zur Verf\u00fcgung. Bei klimawandelbedingten Starkregenereignissen eine fatale Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_Iris-Barthel-1000x750.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3139\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_Iris-Barthel-1000x750.jpeg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_Iris-Barthel-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_Iris-Barthel.jpeg 1280w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Schottergarten_Iris-Barthel-300x225@2x.jpeg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Bild: NABU\/Iris Barthel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der NABU-Stadtverband Aachen fordert Politik und Verwaltung daher auf, nicht nur auf Aufkl\u00e4rung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zu setzen, sondern bereits jetzt s\u00e4mtliche rechtlichen zur Verf\u00fcgung stehenden Mittel zu nutzen, diesen anhaltenden Trend sofort zu stoppen und sich f\u00fcr die R\u00fcckumwandlung von bereits existierenden Schotterg\u00e4rten einzusetzen. Beispielhaft geschehe dies bereits in einigen nordrhein-westf\u00e4lischen Kommunen: So hat Paderborn bereits seine Bebauungspl\u00e4ne ge\u00e4ndert, in Xanten, Herford und Dortmund ist in Neubausiedlungen die Verwendung von Schotter, Split und Kies in Vorg\u00e4rten verboten. \u201eWir sollten verstehen, dass auch unsere St\u00e4dte Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten m\u00fcssen, wenn wir den Artenschwund stoppen wollen\u201c, so Mayr. Nicht nur f\u00fcr die Artenvielfalt ist dies enorm wichtig, sondern auch, um die gravierenden Folgen des menschgemachten Klimawandels abzumildern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihre Unterschrift f\u00fcr die Artenvielfalt: Volksinitiative Artenvielfalt NRW<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig appelliert der NABU Aachen an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Nordrhein-Westfalens, die Forderung der \u201eVolksinitiative Artenvielfalt NRW\u201c nach mehr Artenschutz in den St\u00e4dten mit ihrer Unterschrift zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Volksinitiative Artenvielfalt wurde durch die NRW-Landesverb\u00e4nde des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuf\u00fchren. Ziel der Initiative unter dem Motto \u201eInsekten retten \u2013 Artenschwund stoppen\u201c ist es, konkrete Handlungsvorschl\u00e4ge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die weiteren bisher 52 Unterst\u00fctzer*innen der Volksinitiative findet man auf der Webseite <a href=\"http:\/\/www.artenvielfalt-nrw.de\">www.artenvielfalt-nrw.de<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich der Volksinitiative wird es zwei Informationsst\u00e4nde des NABU-Stadtverbandes Aachen geben. Kommen Sie gerne vorbei, um sich zu informieren oder Ihre Unterschrift abzugeben. Die St\u00e4nde finden Sie:<\/p>\n\n\n\n<p>Freitag, den 25.9.20, um 9-13 Uhr in der Kapellenstra\u00dfe, Burtscheid<\/p>\n\n\n\n<p>und<\/p>\n\n\n\n<p>Samstag, den 26.9.20, um 10 &#8211; 14 Uhr&nbsp;am Holzgraben, Zentrum<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/recht.nrw.de\/lmi\/owa\/br_bes_detail?sg=0&amp;menu=1&amp;bes_id=39224&amp;anw_nr=2&amp;aufgehoben=N&amp;det_id=450861\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Seit 2018 bereits geltende Bauordnung NRW, \u00a7 8 Absatz 1<\/a><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der NABU Aachen fordert ein verbindliches Verbot von Schotterg\u00e4rten und mehr Arten- und Klimaschutz in der Stadt Aachen. Immer mehr Hausbesitzer und -besitzerinnen greifen bei der Gestaltung ihrer Vorg\u00e4rten zu Kies und Schotter. 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