{"id":3892,"date":"2021-06-23T13:41:34","date_gmt":"2021-06-23T11:41:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=3892"},"modified":"2021-06-23T13:41:36","modified_gmt":"2021-06-23T11:41:36","slug":"neue-rote-liste-der-brutvoegel-deutschlands-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/neue-rote-liste-der-brutvoegel-deutschlands-erschienen\/","title":{"rendered":"Neue Rote Liste der Brutv\u00f6gel Deutschlands erschienen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3891\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3891\" class=\"wp-image-3891 size-medium\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie-1000x665.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie-1536x1021.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/erlenzeisig-kopie-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3891\" class=\"wp-caption-text\">Erlenzeisig &#8211; Foto: Ulrich Schwenk<\/p><\/div>\n<p>GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG | 23. JUNI 2021<\/p>\n<p><strong>Umwelt\/V\u00f6gel<\/strong><\/p>\n<p><strong>Neue Rote Liste der Brutv\u00f6gel Deutschlands erschienen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Deutschlands Brutv\u00f6gel nach wie vor massiv gef\u00e4hrdet \u2013 weiterhin keine Trendumkehr erkennbar<\/strong><\/p>\n<p>Hilpoltstein\/Berlin \u2013 Heute stellte das Nationale Gremium Rote Liste V\u00f6gel in der bereits sechsten Fassung die aktuelle Rote Liste der Brutv\u00f6gel Deutschlands der \u00d6ffentlichkeit vor. 43 Prozent der 259 regelm\u00e4\u00dfig in Deutschland br\u00fctenden heimischen Vogelarten mussten in die neue Rote Liste aufgenommen werden, inklusive der in Deutschland ausgestorbenen Brutvogelarten. Somit steht ann\u00e4hernd jede zweite Brutvogelart auf der neuen Roten Liste und ist somit bedroht.<\/p>\n<p>\u201eBesonders hervorzuheben ist, dass es vor allem in der h\u00f6chsten Gef\u00e4hrdungskategorie \u201eVom Aussterben bedroht\u201c zu einem deutlichen Anstieg kam. Hier nahm die Artenzahl um \u00fcber zehn Prozent gegen\u00fcber der vorherigen Fassung von 2015 zu, um Arten wie Raubw\u00fcrger oder Kn\u00e4kente\u201c, so DRV-Pr\u00e4sident Dr. Andreas von Lindeiner. Damit sind nun 33 oder knapp 13 Prozent der deutschen Brutvogelarten vom Aussterben bedroht. Hierunter fallen auch Arten, die im besonderen Fokus des Artenschutzes stehen, wie Uferschnepfe, Gro\u00dftrappe oder Auerhuhn.<\/p>\n<p>\u201eDer Zustand der deutschen Brutvogelwelt ist somit nach wie vor als ausgesprochen kritisch zu bewerten. Trotz vielf\u00e4ltiger Schutz- und Erhaltungsma\u00dfnahmen, die von einer gro\u00dfen Zahl von Institutionen, Vereinen und Verb\u00e4nden, vor allem aber auch einer sehr gro\u00dfen Zahl ehrenamtlich Aktiver umgesetzt werden, ist eine Trendumkehr bislang nicht erkennbar\u201c, so stellt Dr. Hans-G\u00fcnther Bauer, Sprecher des Rote Liste Gremiums, fest. Erfreulicherweise zeigt sich aber auch in dieser Liste, dass sich eine langfristige, kontinuierliche und fachlich fundierte Vogelschutzarbeit lohnt: So konnte mit dem Wei\u00dfstorch eine weitere charismatische Brutvogelart, die jahrzehntelang Ziel intensiver Schutzbem\u00fchungen war, in die \u201eVorwarnliste\u201c \u00fcberf\u00fchrt und somit aus der eigentlichen Roten Liste entlassen werden.<\/p>\n<p>\u201eVor allem in der (halb-)offenen Agrarlandschaft ist der anhaltende und dramatische Bestandsr\u00fcckgang fast aller Brutvogelarten nicht gestoppt. Wiesenvogelarten, wie Bekassine, Uferschnepfe oder Brachvogel, die fr\u00fcher ganze Landstriche charakterisierten, sind heute ausnahmslos \u201aVom Aussterben bedroht\u2018 \u201c, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Sch\u00e4ffer. Mit Wiesenpieper oder Kiebitz mussten ehemals h\u00e4ufige bis sehr h\u00e4ufige Arten unver\u00e4ndert in die Kategorie \u201eStark gef\u00e4hrdet\u201c eingeordnet werden. Mit der Sperbergrasm\u00fccke, dem Feldschwirl oder dem Rotschenkel sind weitere Arten dieser Lebensr\u00e4ume in dieser Roten Liste hochgestuft worden. \u201eViele Arten erleiden in der Agrarlandschaft, die ann\u00e4hernd die H\u00e4lfte der Fl\u00e4che Deutschlands ausmacht, massive Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge, die sich noch gar nicht in der Liste abbilden. So sind die Best\u00e4nde vieler ehemals noch sehr h\u00e4ufiger Vogelarten, wie von Star oder Feldlerche, massiv zur\u00fcckgegangen\u201c, sagt Sch\u00e4ffer weiter.<\/p>\n<p>\u201eGem\u00e4\u00df den Zielen der neue EU-Biodiversit\u00e4tsstrategie sollen 30% aller gef\u00e4hrdeten Arten bis 2030 in einen guten Erhaltungszustand gebracht werden. \u00c4hnliche Ziele gab es bereits f\u00fcr 2010 und 2020 und wurden glatt verfehlt\u201c, so NABU-Pr\u00e4sident J\u00f6rg-Andreas Kr\u00fcger. \u201eDie neue Rote Liste der V\u00f6gel legt hier klar den Finger in die Wunde: Unver\u00e4ndert gilt fast die H\u00e4lfte aller Arten als gef\u00e4hrdet. Eine Trendwende muss bei einer naturvertr\u00e4glichen Agrarpolitik und verst\u00e4rkten Anstrengungen beim Schutz von Insekten, der Hauptnahrung vieler gef\u00e4hrdeter Arten ansetzen.\u201c<\/p>\n<p>Das Nationale Gremium Rote Liste V\u00f6gel fordert daher die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, endlich konsequent Ma\u00dfnahmen gegen den Vogelartenschwund einzuleiten und umzusetzen. Diese m\u00fcssen in Intensit\u00e4t und Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe priorit\u00e4r dem Agrarraum in Deutschland gelten und umfassend der Bewirtschaftung der Fl\u00e4chen, dem Angebot an vielf\u00e4ltigen Vegetationsstrukturen in der Offenlandschaft wie auch der N\u00e4hr- und Schadstoffsituation gelten.<\/p>\n<p>\u201eDar\u00fcber hinaus bedarf es eines umfassenden Vogelschutz-Programms in und f\u00fcr Deutschland, um am Beispiel der V\u00f6gel ein systematisches und beispielgebendes Gesamtprogramm zum Erhalt dieser charismatischen und in der Bev\u00f6lkerung bekannten und beliebten Gruppe der heimischen Biodiversit\u00e4t mit Wirkungen \u00fcber diese Gruppe hinaus vorzulegen\u201c, fordert Andreas von Lindeiner. Ein solches Programm muss sich allen Lebensr\u00e4umen widmen, aber auch den politischen Rahmen verbessern und die Gesellschaft einbeziehen. Es muss auf konkreten naturschutzbiologischen Forschungsergebnissen basieren sowie \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Internationalit\u00e4t ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die bislang erzielten, durchaus beachtenswerten Erfolge im Vogelschutz zeigen, dass eine Trendumkehr in vielen Bereichen m\u00f6glich ist. Sie bed\u00fcrfen allerdings erheblich verst\u00e4rkter Anstrengungen und einer querschnittsorientierten und integrierten Biodiversit\u00e4tspolitik, gerade auch in Anpassung an den Klimawandel. Die gesellschaftliche Unterst\u00fctzung zum Schutz sowohl der Vogelwelt als auch der Biodiversit\u00e4t ganz allgemein ist in den zur\u00fcckliegenden Jahren in Deutschland stark gewachsen. Die Zeit ist reif, hier endlich substanziell Ma\u00dfnahmen anzugehen und Fortschritte zu erzielen.<\/p>\n<p><em>Hintergrund:<\/em><\/p>\n<p><em>Das Nationale Gremium Rote Liste V\u00f6gel ist ein vom Deutschen Rat f\u00fcr Vogelschutz e. V. eingesetztes Gremium, welches die Rote Listen eigenst\u00e4ndig und eigenverantwortlich erstellt. Es setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des DRV (Dr. Hans-G\u00fcnter Bauer), der L\u00e4nderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (Torsten Ryslavy, Vogelschutzwarte Brandenburg), der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (Peter S\u00fcdbeck), des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (Dr. Christoph Sudfeldt), der deutschen Vogelwarten (Dr. Ommo H\u00fcppop) und des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz (Dr. Jasmina Stahmer) zusammen. <\/em><\/p>\n<p><em>Alle sechs Jahre wird die Gef\u00e4hrdung aller Brutvogelarten nach einheitlicher Methodik und auf Daten basierend analysiert. Dies erlaubt eine vergleichbare Gesamteinsch\u00e4tzung der Situation aller Brutv\u00f6gel in Deutschland. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Die Rote Liste der Brutv\u00f6gel Deutschlands ist erschienen in den \u201eBerichten zum Vogelschutz\u201c 57 (2020): 13 \u2013 112. Erh\u00e4ltlich beim LBV (Landesbund f\u00fcr Vogelschutz in Bayern), Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein, E-Mail:<\/em> <em><u><a href=\"mailto:bzv@lbv.de\">bzv@lbv.de<\/a><\/u><\/em><\/p>\n<p><em>Mehr Information: <\/em><em><u>www.<\/u><a href=\"http:\/\/nabu.de\/roteliste\">NABU.de\/roteliste<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr R\u00fcckfragen:<\/strong><\/p>\n<p>DRV und LBV:<\/p>\n<p>Dr. Andreas von Lindeiner, Pr\u00e4sident Deutscher Rat f\u00fcr Vogelschutz (DRV) und LBV-Landesfachbeauftragter Naturschutz, E-Mail: <u><a href=\"mailto:andreas.von.lindeiner@lbv.de\">andreas.von.lindeiner@lbv.de<\/a><\/u> Tel. 09174\/4775-7430.<\/p>\n<p>Rote Liste Gremium:<\/p>\n<p>Dr. Hans-G\u00fcnther Bauer, Sprecher des Rote Liste Gremiums, <a href=\"https:\/\/www.mpg.de\/987944\/verhaltensbiologie\">Max-Planck-Institut f\u00fcr Verhaltensbiologie, Radolfzell \/ Konstanz<\/a>, per Zoom an: <u><a href=\"mailto:bauer@ab.mpg.de\">bauer@ab.mpg.de<\/a><\/u><\/p>\n<p>NABU:<\/p>\n<p>Eric Neuling, NABU-Referent f\u00fcr Vogelschutz, E-Mail: <a href=\"mailto:Eric.Neuling@NABU.de\">Eric.Neuling@NABU.de<\/a>, Tel. 030-284984-1812<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG | 23. 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