{"id":414,"date":"2013-11-01T15:58:27","date_gmt":"2013-11-01T14:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=414"},"modified":"2020-09-16T15:21:18","modified_gmt":"2020-09-16T13:21:18","slug":"bauch-zeigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/bauch-zeigen\/","title":{"rendered":"Bauch zeigen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><strong>Bericht&nbsp;aus: Naturschutz in NRW 4\/2013<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Datum: 01.11.2013<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><strong>Autoren: Dr. Manfred Aletsee, Bernd Pieper<\/strong><\/p>\n<p><strong>Biometrische Fotoerfassung der Gelbbauchunke&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Die NABU-Naturschutzstation Aachen ist Partner des bundesweiten, vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) gef\u00f6rderten Projekts \u201eSt\u00e4rkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland\u201c. In Deutschland ist ein bedeutender Teil der weltweiten Population des h\u00f6chstens f\u00fcnf Zentimeter gro\u00dfen Froschlurchs zu Hause. Allerdings ist die Gelbbauchunke laut Roter Liste Deutschland \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c, in Nordrhein-Westfalen gilt sie sogar als \u201evom Aussterben bedroht\u201c. Auch deshalb wurde die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU gesch\u00fctzte Art in das Bundesprogramm Biologische Vielfalt (BBV) aufgenommen.<\/p>\n<div class=\"image-page\">\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nabu-aachen.de\/files\/images\/NABUGelbbauchunkeMAklein.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\"><p class=\"wp-caption-text\">Gelbbauchunke mit herzf\u00f6rmigen Pupillen. Foto: NABU\/M. Aletsee<\/p><\/div>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr die Bedrohung der Unke mit der charakteristisch gelb-schwarz gefleckten Unterseite sind vielf\u00e4ltig. Ihre urspr\u00fcnglichen Lebensr\u00e4ume \u2013 unverbaute Bacht\u00e4ler mit regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberfluteten Auenbereichen \u2013 sind in Mitteleuropa weitgehend zerst\u00f6rt. Und auch die von Menschen geschaffenen so genannten Sekund\u00e4rlebensr\u00e4ume, wie etwa Ton-, Sand- und Kiesgruben, Steinbr\u00fcche und Truppen\u00fcbungspl\u00e4tze, werden entweder intensiv oder gar nicht mehr genutzt, was in beiden F\u00e4llen zu einer Habitatverschlechterung f\u00fchrt.<br \/>\nIm \u00e4u\u00dfersten Westen der Republik findet man die Gelbbauchunke noch auf einem \u00dcbungsplatz der Bundeswehr sowie in einigen Kalksteinbr\u00fcchen. Eine kleine Population lebt sogar in einem Prim\u00e4rhabitat, in der Talsohle des Bachs Inde. Bereits seit 2007 f\u00fchrt die NABU-Naturschutzstation Aachen gemeinsam mit der Bundeswehr-Standortverwaltung sowie der Unteren Landschaftsbeh\u00f6rde Aachen kleinere Schutzma\u00dfnahmen durch. So wurden im FFH-Gebiet Brander Wald \u2013 in Erg\u00e4nzung zu den Radspuren der Panzer und LKWs \u2013sowie auf einer Rinderweide zahlreiche T\u00fcmpel angelegt, um der stark gef\u00e4hrdeten Teilpopulation zu helfen.<br \/>\nDie Gelbbauchunke als konkurrenzschwache Pionierart ben\u00f6tigt zur Fortpflanzung regelm\u00e4\u00dfig trockenfallende Laichgew\u00e4sser. An flutenden Gr\u00e4sern werden die knapp 50 Eier abgelegt, aus denen die Kaulquappen schl\u00fcpfen und sich in sechs Wochen zur rund einen Zentimeter gro\u00dfen Unke entwickeln. In diesem Alter ist die Bauchzeichnung noch undeutlich, aber schon im n\u00e4chsten Sommer ergeben die schwarzen Flecken auf gelbem Grund wie ein Fingerabdruck ein individuelles Muster.<br \/>\nDas wichtigste Ziel des Aachener Teilprojekts \u2013 in Kooperation mit dem Umweltamt der Stadt Aachen \u2013 ist die individuenspezifische Langzeiterfassung der Gelbbauchunkenpopulationen in der Region. Dazu wird die Bauchseite m\u00f6glichst vieler Tiere in einer eigens entwickelten Fotokammer aus Plexiglas fotografiert. Die Erfassung ist ein erster Schritt, um langfristig zentrale Fragen beantworten zu k\u00f6nnen: K\u00f6nnen neue Prim\u00e4rhabitate durch Bachrenaturierung entstehen? Welche Minimalgr\u00f6\u00dfe braucht eine Population zum \u00dcberleben? Wie gro\u00df darf der maximale Abstand zwischen Teilpopulationen sein, damit ein ausreichender genetischer Austausch erfolgt?<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"image-page\">\n<div style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nabu-aachen.de\/files\/images\/NABUGelbbauchunkeBauchseiteMAklein.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"458\"><p class=\"wp-caption-text\">Unterseite einer Gelbbauchunke. Foto: NABU\/M. Aletsee<\/p><\/div>\n<\/div>\n<p>Die vier Teilpopulationen des Aachener Projektgebietes mit gut 150 adulten Tieren wurden 2013 zum zweiten Mal erfasst. Da das 2012 gestartete BBV-Projekt unter Tr\u00e4gerschaft des NABU Niedersachsen \u00fcber sechs Jahre l\u00e4uft und Gelbbauchunken in freien Natur 15 Jahre alt werden k\u00f6nnen, sind belastbare Ergebnisse zu erwarten. Zusammen mit den anderen Teilprojekten in 130 Gebieten werden sie dazu beitragen, dass Deutschland seiner Verantwortung f\u00fcr die Gelbbauchunke gerecht werden kann.<\/p>\n<p>Das Aachener Teilprojekt wird vom Land NRW finanziell unterst\u00fctzt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht&nbsp;aus: Naturschutz in NRW 4\/2013 Datum: 01.11.2013 Autoren: Dr. Manfred Aletsee, Bernd Pieper Biometrische Fotoerfassung der Gelbbauchunke&nbsp; Die NABU-Naturschutzstation Aachen ist Partner des bundesweiten, vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz (BfN) gef\u00f6rderten Projekts \u201eSt\u00e4rkung und Vernetzung&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[59,28],"tags":[],"class_list":["post-414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gelbbauchunke","category-archiv"],"modified_by":"Carina Zacharias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=414"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3053,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/414\/revisions\/3053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}