{"id":4990,"date":"2022-09-29T11:32:17","date_gmt":"2022-09-29T09:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=4990"},"modified":"2022-09-29T11:34:06","modified_gmt":"2022-09-29T09:34:06","slug":"verluste-bei-jeder-zweiten-vogelart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/verluste-bei-jeder-zweiten-vogelart\/","title":{"rendered":"Verluste bei jeder zweiten Vogelart"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">BirdLife-Statusbericht zeigt stark besorgniserregenden Zustand der globalen Vogelwelt<\/h2>\n\n\n\n<p>Fast die H\u00e4lfte aller Vogelarten weltweit weist Verluste auf. Das zeigt der am 27. September ver\u00f6ffentlichte Bericht des NABU-Dachverbands BirdLife International \u201eState of the World\u2019s Birds 2022\u201c, der alle vier Jahre erstellt wird. Viele Vogelpopulationen sind demnach sogar stark dezimiert. Vom Aussterben bedroht ist derzeit laut der j\u00fcngsten internationalen Roten Liste jede achte Vogelart. \u201eDer nun f\u00fcnfte Statusreport zeichnet das bisher besorgniserregendste Bild der Zukunft der Vogelarten und damit des gesamten Lebens auf der Erde. Sowohl die sch\u00e4dliche Praxis in der Land- und Forstwirtschaft als auch die Effekte der Klimakrise sind die Haupttreiber f\u00fcr die Verluste, denen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen m\u00fcssen\u201c, so NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/imgp6296_dxo-1000x667.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4284\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/imgp6296_dxo-1000x667.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/imgp6296_dxo-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/imgp6296_dxo-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/imgp6296_dxo.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/imgp6296_dxo-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Bergfink &#8211; Foto: Ulrich Schwenk<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Den 49 Prozent abnehmenden Vogelarten stehen lediglich sechs Prozent Zunahmen entgegen. Seit dem Jahr 1500 gelten inzwischen 187 Vogelarten als ausgestorben. Ein wesentlicher Grund f\u00fcr den schlechten Zustand der Vogelbest\u00e4nde liegt laut BirdLife-Bericht in der Landwirtschaft. Die zunehmende Mechanisierung, der Einsatz von Agrochemikalien und die Umwandlung von Gr\u00fcnland in Ackerland haben dazu gef\u00fchrt, dass die Zahl der Feldv\u00f6gel in Europa seit 1980 um 57 Prozent zur\u00fcckgegangen ist. Weltweit sind die Ausweitung und Intensivierung der Landwirtschaft das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr die V\u00f6gel der Welt und betrifft 73 Prozent aller bedrohten Arten. Problematisch ist auch nicht nachhaltige Waldbewirtschaftung und Abholzung, wobei der Verlust von \u00fcber sieben Millionen Hektar Wald \u2013 jedes Jahr eine Fl\u00e4che so gro\u00df wie Irland \u2013 die H\u00e4lfte aller bedrohten Vogelarten betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klimakrise ist ebenfalls eine erhebliche Bedrohung und zeigt bereits verheerende Auswirkungen auf die V\u00f6gel der Welt. 34 Prozent der bedrohten Arten sind bereits betroffen. Geringere Niederschl\u00e4ge f\u00fcr Feuchtgebietsarten, reduzierte Verbreitungsgebiete von Gebirgs- und polaren Vogelarten geh\u00f6ren zu den Problemen wie auch zunehmende Br\u00e4nde, D\u00fcrren und St\u00fcrme. Weitere gravierende Effekte entstehen durch invasive Arten, Jagd und Beifang, Fl\u00e4chenverbrauch, Rohstoffabbau und Energieinfrastruktur. F\u00fcr die R\u00fcckg\u00e4nge von 70 Prozent aller Greifv\u00f6gel in Kenia sind beispielsweise Verluste an Stromleitungen hauptverantwortlich, nur einem von vielen L\u00e4ndern, in dem die Stromversorgung massiv ausgebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der BirdLife-Bericht zeigt aber auch, dass durch entschlossenes Handeln Arten gerettet und Natur wiederhergestellt werden kann. Seit 2013 haben 726 weltweit bedrohte Vogelarten direkt von den Ma\u00dfnahmen der BirdLife-Partnerschaft profitiert. In Europa w\u00e4re etwa der Waldrapp ohne gezielten Artenschutz ausgestorben. So wurden etwa 450 wichtige Vogel- und Biodiversit\u00e4tsgebiete (IBAs) durch die Lobbyarbeit von BirdLife Partnern als Schutzgebiete ausgewiesen. \u201eWir m\u00fcssen besch\u00e4digte \u00d6kosysteme renaturieren und wichtige Naturr\u00e4ume sch\u00fctzen. Nur so k\u00f6nnen wir die biologische Vielfalt auf Dauer erhalten\u201c, betont Miller. \u201eDas Weltnaturabkommen, welches im Dezember von der globalen Gemeinschaft in Montr\u00e9al, Kanada beschlossen werden soll, bietet einen Ansatzpunkt, das katastrophale Artensterben noch aufzuhalten. Doch daf\u00fcr braucht es ambitionierte und messbare Ziele, verbesserte Kontroll- und Umsetzungsmechanismen und eine ausreichende Finanzierung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. und 2. Oktober findet eine gemeinsame Aktion der Partner im Netzwerk BirdLife International statt \u2013 der Birdwatch. Der NABU bietet bundesweit zahlreiche Veranstaltungen an. Auch der NABU Aachen: <a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/veranstaltung\/european-bird-watch-exkursion-zu-den-zugvoegeln-5\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.nabu-aachen.de\/veranstaltung\/european-bird-watch-exkursion-zu-den-zugvoegeln-5\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>BirdLife-Bericht zum Download:&nbsp;<a href=\"https:\/\/deref-web.de\/mail\/client\/D3G4UsF-7V0\/dereferrer\/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.birdlife.org%2Fpapers-reports%2Fstate-of-the-worlds-birds-2022%2F\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.birdlife.org\/papers-reports\/state-of-the-worlds-birds-2022\/<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BirdLife-Statusbericht zeigt stark besorgniserregenden Zustand der globalen Vogelwelt Fast die H\u00e4lfte aller Vogelarten weltweit weist Verluste auf. Das zeigt der am 27. 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