{"id":5018,"date":"2022-10-24T18:32:29","date_gmt":"2022-10-24T16:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=5018"},"modified":"2022-10-24T18:32:29","modified_gmt":"2022-10-24T16:32:29","slug":"nabu-bilanz-5-jahre-krefelder-studie-insekten-immer-noch-nicht-wirksam-geschuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/nabu-bilanz-5-jahre-krefelder-studie-insekten-immer-noch-nicht-wirksam-geschuetzt\/","title":{"rendered":"NABU-Bilanz: 5 Jahre \u201eKrefelder Studie\u201c \u2013 Insekten immer noch nicht wirksam gesch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kr\u00fcger: Ver\u00f6ffentlichung hat Umdenken in Politik und Gesellschaft in Gang gesetzt \/ Hoffnung auf europ\u00e4ische L\u00f6sung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"677\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/argynnis-paphia-kaisermantel-1000x677.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4230\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/argynnis-paphia-kaisermantel-1000x677.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/argynnis-paphia-kaisermantel-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/argynnis-paphia-kaisermantel-1536x1039.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/argynnis-paphia-kaisermantel.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/argynnis-paphia-kaisermantel-300x203@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>(<em>argynnis paphia<\/em>) Kaisermantel &#8211; Foto: Martin Kn\u00f6rzer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Vor f\u00fcnf Jahren hat der Entomologische Verein Krefeld mit seiner Studie auf das dramatische Insektensterben aufmerksam gemacht und damit erstmals eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige und dringliche Diskussion \u00fcber den Insektenschutz ausgel\u00f6st. \u00dcber einen Zeitraum von 30 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten um rund 75 Prozent zur\u00fcckgegangen. Inzwischen haben zahlreiche weitere Studien diesen negativen Trend best\u00e4tigt. Zum f\u00fcnften Jahrestag der Studie zieht der NABU Bilanz: Trotz einiger wichtiger Fortschritte fehlt es insbesondere beim Pestizideinsatz nach wie vor an ambitionierten Regelungen, um Insekten insgesamt wirksam sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>NABU-Pr\u00e4sident J\u00f6rg-Andreas Kr\u00fcger: \u201eMit seiner Studie hat der Entomologische Verein Krefeld erstmals das dramatische Insektensterben auf wissenschaftlicher Grundlage belegt. Das hat viele Menschen wachger\u00fcttelt und zu einem Umdenken in Politik und Bev\u00f6lkerung gef\u00fchrt. So wurden mehrere erfolgreiche Volksbegehren f\u00fcr den Insektenschutz gestartet. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter ist es wieder ruhiger geworden um den Insektenschutz in Deutschland. Zwar gab es seit Ver\u00f6ffentlichung der Studie erste Schritte in die richtige Richtung. Aber weder bei den Lebensr\u00e4umen noch bei den Pestiziden wurde genug getan.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits zeigen zahlreiche Initiativen von Landwirtschaft und Kommunen \u2013 etwa Bl\u00fchfl\u00e4chen oder Insektenhotels \u2013 dass das Thema angekommen ist. Zudem wurde das Insektenschutzpaket der Vorg\u00e4ngerregierung verabschiedet. Andererseits sind die darin enthaltenen Ma\u00dfnahmen nach jahrelangen Blockaden und Diskussionen der Koalitionspartner bzw. Ministerien der Vorg\u00e4ngerregierung jedoch so sehr ausgeh\u00f6hlt und verw\u00e4ssert, dass die Insektenpopulationen damit nicht wirklich gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas H\u00f6rren, Vorsitzender des Entomologischen Vereines Krefeld: \u201eIrreversible Verluste von biologischer Vielfalt im Schutzgebietsnetz laufen in \u00e4hnlichem Ausma\u00df voran, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es sind meist die letzten Lebensr\u00e4ume der bereits heute vom Aussterben bedrohten Arten. Insekten sind nur ein Teil davon. Mit der heutigen Technik k\u00f6nnen wir die Gesamtdiversit\u00e4t von Organismen kosteng\u00fcnstig aufdecken, um Biodiversit\u00e4t umfassender zu verstehen und gezielt zu sch\u00fctzen. Das ist der Kenntnisfortschritt der Forschung in den vergangenen f\u00fcnf Jahren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Eindruck der \u201eKrefelder Studie\u201c herrschte in der Politik zun\u00e4chst Aufbruchsstimmung. Weitere Biotope sind unter Schutz gestellt worden, die Lichtverschmutzung wurde etwas reduziert und Gew\u00e4sserrandstreifen sind nun besser gesch\u00fctzt. Der Einsatz von Pestiziden wurde praktisch jedoch nur in Schutzgebieten in h\u00f6herer Kategorie \u2013 beispielsweise in Nationalparks \u2013 eingeschr\u00e4nkt. Denn in Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebieten sind sehr viele Ausnahmeregelungen eingebaut worden. In der ungesch\u00fctzten Landschaft gibt es keine Einschr\u00e4nkungen. Im neuen Koalitionsvertrag findet der Schutz von Insekten zudem kaum noch Beachtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Hoffnungen liegen auf europ\u00e4ischer Ebene: Dort k\u00f6nnten unter anderem das EU-Renaturierungsgesetz und die EU-Verordnung zum nachhaltigen Einsatz zu Pflanzenschutzmitteln (Sustainable Use Regulation) wirklich eine Trendwende beim Insektensterben herbeif\u00fchren. Dr. Laura Breitkreuz, Referentin f\u00fcr Biodiversit\u00e4t und Entomologie: \u201eDaf\u00fcr braucht es ambitionierte Regelungen \u2013 wir fordern eine deutliche Pestizidreduktion auf allen Fl\u00e4chen um mindestens 50 Prozent bis 2030. Au\u00dferdem m\u00fcssen R\u00fcckzugsfl\u00e4chen f\u00fcr die Natur bereitgestellt werden. Bei dieser Herausforderung gilt es Landwirtinnen und Landwirte zu unterst\u00fctzen und zu honorieren, wenn diese nachhaltig wirtschaften. Hier muss die Bundesregierung schnell handeln und die EU-Regelungen mit einer nationalen Strategie umsetzen.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hintergrund<\/em><br><em>Nach der Ver\u00f6ffentlichung im Oktober 2017 ist das Ergebnis der \u201eKrefelder Studie\u201c durch viele weitere Untersuchungen best\u00e4tigt worden. Als Haupttreiber des Insektenschwunds gelten insbesondere die intensive Landwirtschaft, der Klimawandel, die Verst\u00e4dterung und Fl\u00e4chenversiegelung sowie der hohe Einsatz von Pestiziden. In Folge haben SPD und CDU den Insektenschutz im Koalitionsvertrag aufgenommen (2018) und das \u201eAktionsprogramm Insektenschutz\u201c (2019) ver\u00f6ffentlicht. 2021 hat der Bundestag schlie\u00dflich das Insektenschutzpaket verabschiedet.<\/em><br><em>In Folge der \u201eKrefelder Studie\u201c rief der NABU den Insektensommer ins Leben. Die bundesweite Insektenz\u00e4hlung soll Menschen mit der Natur und Insektenwelt in Verbindung bringen und Aufmerksamkeit f\u00fcr die Sechsbeiner schaffen. Dar\u00fcber hinaus startete das NABU-Forschungsprojekt DINA (Diversit\u00e4t von Insekten in Naturschutz-Arealen), bei dem die Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten dokumentiert wird. Dazu erfassen Wissenschaftlerbundesweit in 21 repr\u00e4sentativen Gebieten mit standardisierten Monitoring-Methoden Insektenpopulationen und erforschen Umwelteinfl\u00fcsse auf die Tiere.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kr\u00fcger: Ver\u00f6ffentlichung hat Umdenken in Politik und Gesellschaft in Gang gesetzt \/ Hoffnung auf europ\u00e4ische L\u00f6sung Vor f\u00fcnf Jahren hat der Entomologische Verein Krefeld mit seiner Studie auf das dramatische Insektensterben aufmerksam gemacht und&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":4230,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[76,74,2],"tags":[105,106,102,103,104],"class_list":["post-5018","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ak-schmetterlinge","category-ak-wildbienen","category-aktuelles","tag-insekten","tag-insektensommer","tag-insektensterben","tag-krefelder-studie","tag-nabu-insektensommer"],"modified_by":"Carina Zacharias","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5018"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5018\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5019,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5018\/revisions\/5019"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4230"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}