{"id":5533,"date":"2023-03-26T18:21:04","date_gmt":"2023-03-26T16:21:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=5533"},"modified":"2023-04-24T19:35:39","modified_gmt":"2023-04-24T17:35:39","slug":"aachens-zweijaehrige-steinkauzkartierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/aachens-zweijaehrige-steinkauzkartierung\/","title":{"rendered":"Aachens zweij\u00e4hrliche Steinkauzkartierung"},"content":{"rendered":"<p>Bei windstillen, klaren Abendstunden stehen sie bibbernd vor ihren Autos und Fahrr\u00e4dern in der K\u00e4lte, die Smartphones in der Hand, und spielen ihre kreischende Audios ab, dann lauschen sie in die n\u00e4chtliche Ger\u00e4uschkulisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer in den letzten Wochen solch verd\u00e4chtiges Verhalten beobachtet, der darf sich wundern, doch das wird wohl einer der ca. 25 Ehrenamtlichen des NABU-Stadtverbandes Aachen sein, der sein Revier durchstreift, um Antwort zu erhalten: Vom Steinkauz.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu erkennen ist unsere kleinste Eulenart an ihrem platten Sch\u00e4del, der ihm ein koboldartiges Aussehen verleiht, und dem dunkelbraun-wei\u00dflich gecheckten Gefieder. Besonders markant jedoch ist sein Schrei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"766\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/steinkauz_2021-1000x766.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3698\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/steinkauz_2021-1000x766.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/steinkauz_2021-300x230.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/steinkauz_2021-1536x1177.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/steinkauz_2021.jpg 1764w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/steinkauz_2021-300x230@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Steinkauz vor Brutr\u00f6hre. Bild: NABU Aachen \/ Gerd Gr\u00fcnefeld<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf die vom Handy abgespielten Rufe des Steinkauz antwortet er, wenn er denn in der Gegend verweilt, mit einem mehrmaligen, steinkauztypischen Miauzen. Er h\u00f6rt die Audios auf bis zu 300 Meter Entfernung. Vielleicht kreischt er: \u201eHe, weg da, das ist mein Revier!\u201c, vielleicht aber auch \u201eHey s\u00fc\u00dfes Weibchen, ich bin hier!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als man vielleicht zuerst vermuten w\u00fcrde, findet man den Steinkauz selten nahe des Waldes. Da lauert eher sein deutlich h\u00e4ufiger vorkommender und um einiges gr\u00f6\u00dferer Feind, der Waldkauz. Stattdessen f\u00fchlen sich Steink\u00e4uze auf Streuobstwiesen, offenen Gr\u00fcnlandbereichen (am besten mit Weidetierhaltung) oder auch in alten Scheunen wohl. Hier finden sie Futter, wie M\u00e4use und Insekten, aber auch geeignete Brutpl\u00e4tze und Versteckm\u00f6glichkeiten, z.B. in Obst-, und Kopfb\u00e4umen oder Scheunen und Schuppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Derartige Strukturen sind wertvoll, denn sie stellen nicht nur f\u00fcr den Steinkauz, sondern auch f\u00fcr viele weitere Arten einen entscheidenden Lebensraum dar. Daher ist es wichtig, sie zu bewahren und zu pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Steinkauz ist eine sogenannte Indikator- bzw. Charakterart, da man aus seiner Bestandsgr\u00f6\u00dfe auf die Strukturvielfalt einer Region schlie\u00dfen kann. Gro\u00dfe Best\u00e4nde sprechen f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige, l\u00e4ndliche Kulturlandschaft mit ausreichend Elementen zur Brut- und Jungenaufzucht\u201c, so Alexander Terstegge, wissenschaftlicher Mitarbeiter der NABU-Naturschutzstation Aachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der Steinkauz auf der roten Liste steht, liegt vor allem daran, dass sein Lebensraum durch die intensive Landnutzung und -bebauung in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen hat. Auch der Ausbau von Autobahnen schadet ihm, denn hierdurch kann die Kommunikation mit Artgenossen und auch der Jagderfolg beeintr\u00e4chtigt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Mithilfe ihres Gesangs finden sich die monogamen Steink\u00e4uze zur Paarungszeit zwischen Februar und April und beginnen anschlie\u00dfend mit der Brut. Einige Wochen sp\u00e4ter schl\u00fcpfen die Jungv\u00f6gel.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Unterst\u00fctzung des Steinkauz-Bestandes werden Nistr\u00f6hren vom NABU in geeignete B\u00e4ume gehangen, die von den K\u00e4uzen dankbar angenommen werden. Au\u00dferdem pflegt und pflanzt der NABU Streuobstwiesen, um die Lebensr\u00e4ume des Steinkauzes zu entwickeln und auszuweiten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Aachen konnte sich der Steinkauzbestand wieder etwas erholen, und bei dem letzten Erfassungsdurchgang in 2021 konnten 30 Reviere im Stadtgebiet erfasst werden. Am Ende der Erfassung werden alle dokumentierten Nachweise ausgewertet und ein Untersuchungsbericht verfasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer gerne bei der n\u00e4chsten Steinkauz-Erfassung 2025 mitmachen m\u00f6chte, kann sich gerne beim NABU melden und ist herzlich willkommen (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/ornithologie\/\" target=\"_blank\">Ansprechpartner siehe hier<\/a>).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei windstillen, klaren Abendstunden stehen sie bibbernd vor ihren Autos und Fahrr\u00e4dern in der K\u00e4lte, die Smartphones in der Hand, und spielen ihre kreischende Audios ab, dann lauschen sie in die n\u00e4chtliche Ger\u00e4uschkulisse. 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