{"id":558,"date":"2018-01-31T12:42:16","date_gmt":"2018-01-31T11:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=558"},"modified":"2019-06-18T09:19:42","modified_gmt":"2019-06-18T07:19:42","slug":"die-stunde-der-wintervoegel-2018-bricht-alle-rekorde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/die-stunde-der-wintervoegel-2018-bricht-alle-rekorde\/","title":{"rendered":"Die Stunde der Winterv\u00f6gel 2018 bricht alle Rekorde"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wieder mehr Winterv\u00f6gel &#8211; insgesamt aber r\u00fcckl\u00e4ufiger Trend<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_559\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Haubenmeise_FrankDerer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-559\" class=\"wp-image-559 size-medium\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Haubenmeise_FrankDerer-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Haubenmeise_FrankDerer-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Haubenmeise_FrankDerer-1000x667.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Haubenmeise_FrankDerer.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Haubenmeise_FrankDerer-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-559\" class=\"wp-caption-text\">Haubenmeise. Foto: NABU\/Frank Derer<\/p><\/div>\n<p>Aachen \u2013 Nach den sehr niedrigen Zahlen im vergangenen Winter haben sich in diesem Jahr wieder mehr Winterv\u00f6gel in Deutschlands G\u00e4rten und Parks eingefunden. Das hat die Z\u00e4hlaktion vom NABU die \u201aStunde der Winterv\u00f6gel\u2018 ergeben, deren Endergebnis am Montag, dem 12. Februar vorgestellt wurde. \u00dcber 136.000 Vogelfreunde haben sich deutschlandweit an der Aktion beteiligt und Z\u00e4hlungen aus \u00fcber 92.000 G\u00e4rten \u00fcbermittelt \u2013 ein neuer Rekord. Damit konnte die bisherige H\u00f6chstzahl von knapp 125.000 aus dem Vorjahr \u00fcbertroffen werden.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>In der St\u00e4dteregion Aachen wurden 17.278 V\u00f6gel von 739 Teilnehmern gez\u00e4hlt. Am \u00f6ftesten beobachtet wurde die Kohlmeise mit 2.165 Tieren. Darauf folgt der Vogel des Jahres 2018: 2.079 Stare meldeten die Beobachter in der St\u00e4dteregion. Der Haussperling machte mit 2.058 Beobachtungen Platz drei. Auf Pl\u00e4tzen vier bis zehn folgen dann absteigend Blaumeise, Amsel, Elster, Buchfink, Rabenkr\u00e4he, Rotkehlchen und Ringeltaube.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>\u201eIm vergangenen Winter hatten die Teilnehmer 17 Prozent weniger V\u00f6gel gemeldet als im Schnitt der Jahre zuvor\u201c, sagt NABU-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Leif Miller, \u201eZum Gl\u00fcck hat sich dieses erschreckende Ergebnis nicht wiederholt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden wieder elf Prozent mehr V\u00f6gel gesichtet.\u201c 2018 wurden rund 38 V\u00f6gel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 34 V\u00f6gel. 2011 waren bei der ersten Stunde der Winterv\u00f6gel aber noch 46 V\u00f6gel pro Garten gemeldet worden. \u201eDie h\u00f6heren Zahlen in diesem Jahr k\u00f6nnen darum nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass seit Jahren ein kontinuierlicher Abw\u00e4rtstrend festzustellen ist\u201c, so Miller. \u201eDer R\u00fcckgang h\u00e4ufiger Arten ist in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ein ernstes Problem und zeigt sich offensichtlich auch bei den Winterg\u00e4sten in unseren G\u00e4rten.\u201c Seit Beginn der Wintervogelz\u00e4hlungen im Jahr 2011 seien die Gesamtzahlen gemeldeter V\u00f6gel um 2,5 Prozent pro Jahr zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>\u201e\u00dcberlagert wird dieser langj\u00e4hrige Trend jedoch durch die Auswirkungen j\u00e4hrlich unterschiedlicher Witterungs- und Nahrungsverh\u00e4ltnisse\u201c, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Grunds\u00e4tzlich k\u00e4men in milderen Wintern, wie den letzten beiden, weniger V\u00f6gel in die G\u00e4rten, da sie auch au\u00dferhalb der Siedlungen noch genug Nahrung f\u00e4nden. Dennoch fehlten im letzten Jahr viele Meisen und waldbewohnende Finkenarten, w\u00e4hrend sie in diesem Winter wieder in gewohnter Anzahl gesichtet wurden. \u201eErkl\u00e4ren l\u00e4sst sich dies vermutlich durch das von Jahr zu Jahr sehr unterschiedliche Angebot an Baumsamen in den W\u00e4ldern \u2013 nicht nur bei uns, sondern auch in den Herkunftsgebieten dieser V\u00f6gel in Nord- und Osteuropa. Je weniger Samen, desto gr\u00f6\u00dfer der Zuzug von V\u00f6geln aus diesen Regionen zu uns und desto eher nehmen diese V\u00f6gel naturnahe G\u00e4rten und Vogelf\u00fctterungen dankbar an\u201c, so Adrion.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>Deutschlandweit ist der Haussperling in diesem Jahr der h\u00e4ufigste Wintervogel, gefolgt von Kohl- und Blaumeise. Hauben- und Tannenmeisen kamen im Vergleich zu 2017 sogar doppelt bis dreimal so h\u00e4ufig in die G\u00e4rten. Auch andere typische Waldv\u00f6gel, wie Kleiber, Gimpel, Buntspecht und Eichelh\u00e4her wurden h\u00e4ufiger gemeldet. \u201eUnsere gr\u00f6\u00dfte Finkenart, der Kernbei\u00dfer, wurde besonders oft in Westdeutschland und Th\u00fcringen beobachtet\u201c, sagt Adrion. Unter den Top Ten der h\u00e4ufigsten Winterv\u00f6gel hat die Amsel am st\u00e4rksten verloren. Fast ein Drittel weniger Amseln als im Vorjahr wurden beobachtet. Damit rutschte sie von Platz zwei auf Platz f\u00fcnf ab. \u201eEin Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte der f\u00fcr diese V\u00f6gel t\u00f6dliche Usutu-Virus sein, der in den Jahren 2016 und 2017 zu Ausbr\u00fcchen in immer mehr Teilen Deutschlands gef\u00fchrt hat\u201c, so Adrion. \u201eHier wartet der riesige Datenschatz der Stunde der Winterv\u00f6gel aber noch auf eine genauere Analyse.\u201c<\/p>\n<p>\nEntgegen dem insgesamt abnehmenden Trend der Winterv\u00f6gel konnte bei einigen Vogelarten, die Deutschland im Winter \u00fcblicherweise nur teilweise verlassen, ein deutlicher Trend zu vermehrten \u00dcberwinterungen in Deutschland festgestellt werden. Bestes Beispiel ist der Star, Vogel des Jahres 2018. Mit 0,81 Individuen pro Garten erzielte er in diesem Jahr mit Abstand sein bestes Ergebnis. Statt wie fr\u00fcher in jedem 25. Garten wird er inzwischen bereits in jedem 13. Garten auch bei der Winterz\u00e4hlung angetroffen. Auch bei den Teilziehern Ringeltaube und Heckenbraunelle zeigt sich eine \u00e4hnliche Entwicklung. Diese Arten reagieren damit auf die vermehrten milden Winter, die ihnen eine \u00dcberwinterung n\u00e4her an ihren Brutgebieten erm\u00f6glicht.<br \/>\n<br \/>\nDr. Manfred Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation Aachen bittet allerdings darum, die Ergebnisse der Z\u00e4hlung mit Vorsicht zu genie\u00dfen. \u201eAn der Aktion beteiligen sich haupts\u00e4chlich Laien, denen sowohl bei der richtigen Z\u00e4hlmethode als auch bei der Artbestimmung Fehler unterlaufen. Allerdings werden jedes Jahr \u00e4hnliche Fehler gemacht, so dass sich insbesondere langj\u00e4hrige Trends mit dieser Methode gut erkennen lassen\u201c, so Aletsee. Elisabeth F\u00fcrtjes, die zusammen mit Dr. Manfred Aletsee den Ornithologischen Arbeitskreis des NABU Aachens leitet, betont auch: \u201eNeben den erhobenen Daten haben die \u201aStunde der Winterv\u00f6gel\u2018 und die sommerliche Partner-Aktion \u201aStunde der Gartenv\u00f6gel\u2018 noch einen ganz anderen, wertvollen Effekt: Sie begeistern die Menschen f\u00fcr unsere Vogelwelt und machen sie auf ihre Bedrohung aufmerksam. Die steigenden Teilnehmerzahlen sind hier der beste Beweis.\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder mehr Winterv\u00f6gel &#8211; insgesamt aber r\u00fcckl\u00e4ufiger Trend Aachen \u2013 Nach den sehr niedrigen Zahlen im vergangenen Winter haben sich in diesem Jahr wieder mehr Winterv\u00f6gel in Deutschlands G\u00e4rten und Parks eingefunden. 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