{"id":6873,"date":"2025-02-22T18:16:11","date_gmt":"2025-02-22T17:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=6873"},"modified":"2025-02-22T18:16:14","modified_gmt":"2025-02-22T17:16:14","slug":"waldwildnis-entfichtungsaktion-im-freyenter-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/waldwildnis-entfichtungsaktion-im-freyenter-wald\/","title":{"rendered":"Waldwildnis \u2013 Entfichtungsaktion im Freyenter Wald"},"content":{"rendered":"<p>Aachen. Es ist ein sonniger Wintermorgen im Freyenter Wald s\u00fcdlich von Aachen-Lichtenbusch. Eine Schar Freiwilliger hat sich, mit Astscheren, Hands\u00e4gen und Freischneidern best\u00fcckt, versammelt. Die meisten Spazierg\u00e4nger sehen den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht mehr. Ihnen f\u00e4llt nicht auf, dass viele der anwesenden B\u00e4ume hier gar nicht hingeh\u00f6ren. Zumindest nicht von Natur aus. Auf diese haben es die Freiwilligen heute abgesehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"477\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/P2011605_DxO_Schwenk-Ulli-1000x477.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6874\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/P2011605_DxO_Schwenk-Ulli-1000x477.jpeg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/P2011605_DxO_Schwenk-Ulli-300x143.jpeg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/P2011605_DxO_Schwenk-Ulli-18x9.jpeg 18w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/P2011605_DxO_Schwenk-Ulli.jpeg 1280w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/P2011605_DxO_Schwenk-Ulli-300x143@2x.jpeg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Entfichtungs-Aktion im zuk\u00fcnftigen NABU-Wildnisgebiet Freyenter Wald bei Aachen-Lichtenbusch, links: Manfred Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation Aachen (Foto: Ulrich Schwenk).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Kurzer R\u00fcckblick: Vor sechs Jahren kaufte der NABU Stadtverband Aachen zusammen mit der Nordrhein-Westfalen Stiftung den Freyenter Wald. Das quadratische, 60 Hektar gro\u00dfe Gebiet liegt direkt an der belgischen Grenze. Dr. Manfred Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation Aachen, weist die Gruppe in ihre Arbeit ein. Er ist der Hauptinitiator des Waldwildnis-Projekts im Freyenter Wald. \u201eDie meisten W\u00e4lder in Deutschland werden wirtschaftlich genutzt, m\u00fcssen sich also &#8218;rentieren&#8216;. Nicht mehr so der Freyenter Wald. Hier darf sich der Wald frei entfalten, ein nat\u00fcrlicher Laubwald mit seiner standortcharakteristischen Artenvielfalt soll entstehen. Da das nicht immer der Fall gewesen ist, hilft der Mensch noch ein wenig nach\u201c, so Aletsee.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn jeden Jahres findet deshalb eine \u201eEntfichtungsaktion\u201c statt, bei der 15-20 Ehrenamtliche nichtheimische Arten wie Fichten und Douglasien entfernen, um so Platz f\u00fcr Eichen, Birken, Weiden, Eschen, Erlen usw. zu schaffen. Letztere sind sehr wichtig f\u00fcr eine gesunde, naturnahe Vegetation. Sie bilden einen vielf\u00e4ltigen Lebensraum f\u00fcr heimische Tierarten und sind zudem auch deutlich widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber den immer hei\u00dferen Sommern und heftigeren Unwettern in Zeiten des Klimawandels.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4-1000x750.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6877\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4-1000x750.jpeg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4-16x12.jpeg 16w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4.jpeg 1600w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-4-300x225@2x.jpeg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Betty Malangr\u00e9<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Manfred Aletsee kennt den Wald schon seit Jahrzehnten und erkannte, dass er sich aus verschiedenen Gr\u00fcnden als Waldwildnis-Projekt anbot. Zum einen hat der vorherige Besitzer, die belgische Gemeinde Raeren, tote B\u00e4ume nicht direkt abgeholzt, wie es sonst \u00fcblich ist. Stattdessen wurden sie stehen gelassen, bis sie von selbst umfielen und dann als Brennholz genutzt. Ein toter Baum steht meist noch ca. zehn Jahre. Er bietet V\u00f6geln Bruth\u00f6hlen und in seiner absterbenden Rinde siedeln sich Insekten an. Au\u00dferdem dient das Totholz neuen Baumgenerationen als N\u00e4hrboden, auf denen sie wachsen k\u00f6nnen. Dadurch weisen Teile des Freyenter Walds schon lange mehr Aspekte eines \u201eUrwalds\u201c auf, als die meisten anderen W\u00e4lder in Aachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen mussten sich die belgischen F\u00f6rster auf dem deutschen Grenzgebiet mit deutschen Gesetzen rumplagen. So waren sie froh, den Wald beim NABU in guten H\u00e4nden zu wissen und verkauften ihn 2019 f\u00fcr eine Million Euro. Den Gro\u00dfteil der Summe \u00fcbernahm die NRW Stiftung, den anderen der NABU-Stadtverband Aachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den ehrenamtlichen Waldarbeitern steht eine Pause an. Als St\u00e4rkung gibt es Berliner und hei\u00dfen Apfelpunsch von den Streuobstwiesen des NABUs. Manfred Aletsee zeigt auf der Karte die zehn Hektar Wald, die bisher entfichtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3-1000x750.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6875\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3-1000x750.jpeg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3-16x12.jpeg 16w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3.jpeg 1600w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-3-300x225@2x.jpeg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Betty Malangr\u00e9<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1-750x1000.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6876\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1-750x1000.jpeg 750w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1-9x12.jpeg 9w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1.jpeg 1200w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/WhatsApp-Image-2025-02-19-at-23.19.16-1-225x300@2x.jpeg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Betty Malangr\u00e9<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Fichte stammt eigentlich aus Osteuropa, darunter auch Ostdeutschland. Sie w\u00e4chst vergleichsweise schnell und gerade, zudem bildet sie als Nadelbaum bekanntlich keine starken Seiten\u00e4ste aus. F\u00fcr die Holznutzung ist das sehr praktisch, z.B. wurden die Fichtenst\u00e4mme, das sogenannte \u201eGrubenholz\u201c, lange als St\u00fctzger\u00fcst im Bergbau verwendet, oder werden heutzutage f\u00fcr Dachst\u00fchle genutzt. Die Douglasie dagegen kommt aus Nordamerika, ihr Holz ist noch haltbarer als das der Fichte und deshalb gut geeignet f\u00fcr den Au\u00dfenbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine interessierte Spazierg\u00e4ngerin kommt mit ihrem Labrador vorbei. Manfred Aletsee begr\u00fc\u00dft sie und f\u00fchrt sie an den Ort des Geschehens. Er zeigt ihr die entfichtete Lichtung und erkl\u00e4rt ihr den Grund f\u00fcr den kleinen, aber radikalen Eingriff. Waldbesucher sind weiterhin willkommen im Freyenter Wald, sind aber verpflichtet auf den Wegen zu bleiben und ihre Hunde an der Leine zu f\u00fchren, um die Waldbewohner nicht zu st\u00f6ren. Dann deutet Manfred Aletsee auf die Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben, die mit der Pflanzung der Fichten vor Jahrzehnten angelegt wurden, denn Fichten vertragen nur wenig N\u00e4sse. Die Gr\u00e4ben sollen in den n\u00e4chsten Jahren verschlossen werden, um der zuk\u00fcnftigen Vegetation einen m\u00f6glichst urspr\u00fcnglichen Standort zu bieten und den Freyenter Wald wieder zu einem nat\u00fcrlichen Regenreservoir zu entwickeln. An den Wert von wilden W\u00e4ldern wie dem Freyenter Wald werden wir uns sp\u00e4testens beim n\u00e4chsten Hochwasser erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Text: Julia Olbrich<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aachen. Es ist ein sonniger Wintermorgen im Freyenter Wald s\u00fcdlich von Aachen-Lichtenbusch. Eine Schar Freiwilliger hat sich, mit Astscheren, Hands\u00e4gen und Freischneidern best\u00fcckt, versammelt. 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