{"id":7748,"date":"2026-06-05T10:07:59","date_gmt":"2026-06-05T08:07:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/?p=7748"},"modified":"2026-06-05T10:26:59","modified_gmt":"2026-06-05T08:26:59","slug":"der-kiebitz-in-aachen-im-spannungsfeld-mit-landwirtschaft-und-windenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/der-kiebitz-in-aachen-im-spannungsfeld-mit-landwirtschaft-und-windenergie\/","title":{"rendered":"Der Kiebitz in Aachen &#8211; im Spannungsfeld mit Landwirtschaft und Windenergie"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_7745\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_im_Flug.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7745\" class=\"size-thumbnail wp-image-7745\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_im_Flug-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_im_Flug-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_im_Flug-160x160.jpg 160w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_im_Flug-320x320.jpg 320w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_im_Flug-150x150@2x.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7745\" class=\"wp-caption-text\">Kiebitz (Vanellus vanellus) &#8211; Foto: Ulrich Schwenk<\/p><\/div>\n<p>Umwelt \/ V\u00f6gel \/ Windenergie<\/p>\n<p>05.Juni 2026 Pressemitteilung NABU Stadtverband Aachen<\/p>\n<h2 style=\"font-weight: 400;\"><strong>Der Kiebitz in Aachen &#8211; im Spannungsfeld mit Landwirtschaft und Windenergie<\/strong><\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Kiebitz (<em>Vanellus vanellus<\/em>) z\u00e4hlt zu den charakteristischen Vogelarten der offenen Agrarlandschaft. In Nordrhein-Westfalen wird er auf der Roten Liste als stark gef\u00e4hrdet gef\u00fchrt. Seine Entwicklung steht exemplarisch f\u00fcr den allgemeinen R\u00fcckgang vieler Arten der Agrarlandschaft. Wie in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens sind die Best\u00e4nde des Kiebitzes auch in der Stadt Aachen und der St\u00e4dteRegion Aachen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erfassungen zeigen, dass im Stadtgebiet Aachen Mitte der 1990er Jahre noch etwa 60 bis 80 Reviere vorkamen. Im Jahr 2016 konnten hingegen nur noch 11 Reviere festgestellt werden. \u00a0In der \u00fcbrigen St\u00e4dteRegion Aachen verringerte sich die Zahl der bekannten Brutpaare im \u00e4hnlichen Zeitraum von etwa 40 auf zuletzt 7 bis 8 Reviere (2025).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als wesentliche Ursachen des Bestandsr\u00fcckgangs gelten Ver\u00e4nderung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, der Verlust geeigneter Lebensr\u00e4ume sowie St\u00f6rungen innerhalb der Agrarlandschaft. Seit vielen Jahren ist aber auch der Bau von Windkraftanlagen f\u00fcr den Kiebitz zum Problem geworden: Ehemals besiedelte Bereiche der Agrarlandschaft sind nach der Errichtung der Windkraftanlagen in den 1990er Jahren bei Orsbach vom Kiebitz ger\u00e4umt worden. Denn der Kiebitz hat ein auff\u00e4lliges und imposantes Balzverhalten, das der Paarbildung dient. Hierzu fliegt er viele dutzende Meter in die H\u00f6he und seine Rufe hallen durch die Landschaft. Der Kiebitz meidet Windparks, insbesondere die Bereiche zwischen den Anlagen und jede Anlage verkleinert unwiderruflich seinen Lebensraum.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute br\u00fctet der Kiebitz \u00fcberwiegend auf Ackerfl\u00e4chen mit geringer Vegetationsh\u00f6he zur Brutzeit von M\u00e4rz bis Anfang Juni, beispielsweise auf noch nichtbestellten Mais- oder R\u00fcben\u00e4ckern. Bodenbearbeitungen w\u00e4hrend der Brut- und Aufzuchtzeit k\u00f6nnen dabei zum Verlust von Gelegen und Jungv\u00f6geln f\u00fchren. Seit vielen Jahren engagiert sich die NABU-Naturschutzstation Aachen f\u00fcr den Kiebitzschutz in Aachen und das mit Erfolg: In guter Zusammenarbeit mit vielen Landwirten konnten wir zahlreiche Gelege vor der Zerst\u00f6rung bewahren und viele Jungv\u00f6gel bei der Bewirtschaftung sch\u00fctzen. Manch ein Landwirt hat sogar sogenannte Feldvogelinseln eingerichtet, kleine, nicht bestellte Ackerfl\u00e4chen, auf denen die noch nicht fl\u00fcggen Jungv\u00f6gel Deckung und Insekten als Nahrung zwischen Wildkr\u00e4utern finden. \u201eDurch die intensiven Schutzbem\u00fchungen konnte der R\u00fcckgang gestoppt werden und der Brutbestand erh\u00f6hte sich bis 2026 auf 20-22 Reviere.\u201c freuen sich Dr. Manfred Aletsee und Alexander Terstegge von der NABU-Naturschutzstation Aachen. Doch die Zukunft sieht nicht rosig aus. \u201eDie aktuell positive Entwicklung wird von der Planung zu Windkraftanlagen und Infrastrukturma\u00dfnahmen in den Schwerpunktgebieten der Kiebitze \u00fcberschattet\u201c, so der Vorsitzende des NABU-Stadtverbandes Aachen Ulrich Schwenk.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn insgesamt br\u00fcten die Tiere nur in nennenswerter Zahl an drei Standorten in der Stadt und St\u00e4dteRegion Aachen: Aktuelle Schwerpunkte befinden sich im Bereich Orsbach\/Ochsenstock, zwischen Vetschau und Horbach sowie bei Birk im Raum W\u00fcrselen. Diese drei Schwerpunktvorkommen besitzen aufgrund der insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufigen Bestandsentwicklung inzwischen eine besondere landesweite Bedeutung f\u00fcr den Erhalt der Art im s\u00fcdwestlichen Rheinland. \u201eEingriffe wie z.B. Bauma\u00dfnahmen\u00a0 in den wenigen Kiebitz-Hotspots werden aus Naturschutzsicht entsprechend auch klar abgelehnt und rechtliche Konsequenzen gegebenenfalls gepr\u00fcft.\u201c so Ulrich Schwenk. In der Stadt Aachen gibt es zum Beispiel Fl\u00e4chen, wo der Ausbau der Windenergie wesentlich unproblematischer ist, wie der NABU in seiner Stellungnahme schon 2023 ausgearbeitet hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die erfolgreichen Schutzbem\u00fchungen werden nur nachhaltig sein, wenn die Politik entsprechende naturschutzfachliche Einsch\u00e4tzungen zum Ausbau der Windenergie ernst nimmt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kontakt: Ulrich Schwenk, NABU Stadtverband Aachen, 1. Vorsitzender, Tel. 0175-1819191<\/p>\n<div id=\"attachment_7746\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7746\" class=\"size-large wp-image-7746\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428-1000x750.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428.jpg 2000w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz_Kueken_AlexanderTerstegge_20260428-300x225@2x.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7746\" class=\"wp-caption-text\">Kiebitz (Vanellus vanellus) &#8211; Foto: Alexander Terstegge<\/p><\/div>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kiebitzk\u00fcken, sogenannte Pullis, kurz nach dem Schlupf. Diese beiden sind 2026 bei Aachen-Vetschau erfreulicherweise fl\u00fcgge geworden (Foto: Alex Terstegge).<\/p>\n<div id=\"attachment_7747\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7747\" class=\"size-large wp-image-7747\" src=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann-800x1000.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1000\" srcset=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann-800x1000.jpg 800w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann-10x12.jpg 10w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann.jpg 1295w, https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Kiebitz-8_Lukas-Ossmann-240x300@2x.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7747\" class=\"wp-caption-text\">Kiebitz (Vanellus vanellus) &#8211; Foto: Lukas O\u00dfmann<\/p><\/div>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Kiebitz ist der Charaktervogel unserer Ackerlandschaft und steht stellvertretend f\u00fcr eine Vielzahl an Tierarten wie z.B. auch Rebhuhn oder Feldlerche. (Foto: Lukas O\u00dfmann)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/wea_aachen_position-des-nabu_20230607.pdf\">Das Positionspapier des NABU Aachen Stadt zu Windenergieanlagen in Aachen vom Juni 2023<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umwelt \/ V\u00f6gel \/ Windenergie 05.Juni 2026 Pressemitteilung NABU Stadtverband Aachen Der Kiebitz in Aachen &#8211; im Spannungsfeld mit Landwirtschaft und Windenergie Der Kiebitz (Vanellus vanellus) z\u00e4hlt zu den charakteristischen Vogelarten der offenen Agrarlandschaft.&#46;&#46;&#46;<\/p>","protected":false},"author":6,"featured_media":7745,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[75,2,50,60],"tags":[],"class_list":["post-7748","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ak-ornithologie","category-aktuelles","category-biodiversitaet-in-der-ackerlandschaft","category-kiebitz"],"modified_by":"Ulrich Schwenk","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7748","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7748"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7748\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7751,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7748\/revisions\/7751"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7748"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7748"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nabu-aachen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}