NRW-Stiftung und NABU Aachen erwerben Grundstücke im Freyenter Wald

Aachen: Im Freyenter Wald bei Aachen konnten neue Flächen für Zwecke des Naturschutzes gesichert werden. Gemeinsam mit dem NABU-Stadtverband Aachen e.V. hat die NRW-Stiftung rund 57 Hektar Land in der Gemarkung Lichtenbusch erworben. Für den Kauf stellte die Stiftung einen Betrag von 930.000 Euro und der NABU einen Betrag von 97.000 Euro zur Verfügung.

Der Freyenter Wald als Waldwildnisfläche gesichert (Foto: M. Aletsee)


Der Freyenter Wald liegt unmittelbar an der Grenze zu Belgien und umfasst auf deutscher Seite einen ca. 57 Hektar großen Waldkomplex. Rund 8 Hektar des Gebiets stehen bereits seit 1988 unter Naturschutz. Die Restfläche soll dem Naturschutzgebiet nun hinzugefügt werden. Dem Freyenter Wald kommt eine besondere Bedeutung zu, da große Teile von alten, schutzwürdigen Laubholzbeständen mit bis zu 150-jährigen Eichen und Eschen eingenommen werden. „Alte naturnahe Wälder sind in NRW selten“, weiß Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung. „Daher haben wir bei der Entscheidung, das Gebiet für den Naturschutz zu sichern, nicht lange gezögert.“ „Durch den Kauf der Flächen sollen bedrohte Lebensräume und zahlreiche seltene Arten nachhaltig in einer Waldwildnisfläche entsprechend den Zielen der nationalen Biodiversitätsstrategie geschützt werden“, so Claus Mayr, 1. Vorsitzender des NABUStadtverbandes Aachen“. Das Waldgebiet dient sowohl weit verbreiteten Arten wie der Kohlmeise oder Buschwindröschen als auch selteneren wie dem Mittelspecht, Fledermausarten wie dem Braunen Langohr und Orchideen als Lebens- und Rückzugsort. Aufgrund der ruhigen, abgeschiedenen Lage sind auch Habicht und Rotmilan als Brutvögel vertreten. „In Hinblick auf die Klimakrise ist belegt, dass naturbelassene Wälder mit viel Alt- und Totholz deutlich mehr Treibhausgase speichern als forstwirtschaftlich  genutzte Wälder. Zudem sind sie wahre Hotspots der biologischen Vielfalt mit beispielsweise alleine über 1.300 in Totholz lebende Käferarten“, so Dr. Manfred Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation. Zusätzliche Bedeutung erhält der Freyenter Wald auch im überregionalen WaldBiotopverbund, da er die Eifelwälder mit dem nördlich gelegenen Aachener Stadtwald und den auf belgischer Seite angrenzenden Waldgebieten verbindet. Dies ist insbesondere für Tierarten mit großem Streifgebiet wie die Wildkatze von hoher Relevanz. Die Betreuung der erworbenen Grundstücke wird von der NABU-Naturschutzstation Aachen in Zusammenarbeit mit dem NABU-Stadtverband Aachen übernommen.