Biber

Biber

Biber (Castor fiber)

NABU/Klemens Karkow

Der Biber in Aachen:
In den 1980er Jahren wilderte die Höhere Forstbehörde Rheinland Biber im Tal der Weißen Wehe (Hürtgenwald, Eifel) aus. Zuvor waren die Tiere in der Region ausgestorben, doch seitdem verbreiteten sie sich entlang der Fließgewässer bis in die Niederlande – und nach Aachen. Im Aachener Stadtgebiet ist der Biber mittlerweile an der Inde, an der Wurm und am Wildbach anzutreffen. An der Iter hatte er 2014 fleißig Kopfweiden gefällt bis das Revier dort wieder aufgegeben wurde. Das Auswilderungsprojekt ist also eine wahre Erfolgsgeschichte, doch blieb diese nicht ohne „Nebenwirkungen“. Denn Biber sind Landschaftsgestalter: Sie fällen Bäume, bauen Dämme, stauen Bäche, schaffen stehende Gewässer und Überschwemmungen. All das bringt Konflikte mit sich. Ein Beispiel ist der beliebte Spazierweg am Alten Tuchwerk in der Soers, der seit zwei Jahren wegen Einbruchsgefahr gesperrt ist, weil der Biber ihn untergraben hat. Der NABU Aachen bemüht sich hier, Vermittler zwischen dem unter Naturschutz stehenden Nager und den besorgten Anwohnern zu sein. In Zusammenarbeit mit dem Umweltamt Aachen sucht er Lösungen für ein friedliches Miteinander zwischen Mensch und Biber – auch dafür, dass Jogger und Hundebesitzer ihren Spazierweg bald wieder haben.

Kennzeichen und Verhalten:
Der Biber gehört zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Er kann maximal einen Meter lang und bis zu 30 kg schwer werden und bringt damit das gleiche Gewicht auf die Waage wie ein ausgewachsenes Reh. Allerdings sind die meisten Biber deutlich leichter. Der Biber ist ein Familientier und lebt in einer Gemeinschaft aus mehreren Generationen, in der eine Rangordnung herrscht. Die Familiengemeinschaft besteht meist aus 4 bis 6 Familienmitgliedern, wobei das Elternpaar monogam ist. Fremden Bibern im Revier wird grundsätzlich feindlich begegnet, der Eindringling aggressiv aus dem Revier vertrieben. Das Revier kann je nach Nahrungsangebot einen Gewässerabschnitt von 0,5 km bei optimalen Bedingungen bis 6 km Länge bei schlechtem Nahrungsangebot umfassen. Biber sind nachtaktiv und ausgezeichnete Schwimmer, wirken an Land aber eher behäbig.

Biotopwahl und Nahrung:
Biber leben an stehenden und fließenden Gewässern. Am bekanntesten sind sie wohl für ihre freistehenden, aus Ästen und Erde gebauten sogenannten Burgen. Eine Burg bauen Biber aber nur, wenn sie keine geeignete Uferböschung finden, um einen Erdbau zu graben. Der Biber ist ein reiner Vegetarier, bei der Wahl seiner pflanzlichen Nahrung jedoch flexibel. Was letztendlich im Magen des Bibers landet, hängt von der Jahreszeit und der Umgebung ab. Im Sommer frisst der Biber größtenteils krautige Pflanzen sowie Wasserpflanzen, von denen er am liebsten die Rhizome (Wurzeln) verspeist. Wenn der Biber seine Baue in der Nähe von Äckern anlegt, frisst er auch Feldfrüchte wie Mais, Rüben oder Raps. Im Spätsommer bereichert er seinen Speiseplan durch Fallobst. (Quelle: Biologische Station Düren)

Sie haben Sorgen oder Fragen zum Thema Biber? Sprechen Sie uns gerne an:
Dr. Manfred Aletsee (Geschäftsführer der NABU-Naturschutzstation Aachen, Tel: 0241/870891) und Dr. Winfried Engels (Untere Naturschutzbehörde der Stadt Aachen, Tel.: 0241/43236428)