Machen Hummeln Urlaub?

Steinhummel – Foto: Ulrich Schwenk

NABU-Pressemeldung 08. August 2022

Insekten

Machen Hummeln Urlaub?

Insektensommer geht in die zweite Runde/Vom 5. bis 14. August Sechsbeiner beobachten und zählen

Aachen – Für Urlaub und Sonnenbaden haben Hummeln nicht wirklich Zeit: Sie arbeiten den Sommer über durch. Die gemütlich-dicken Brummer tun das aber nicht solo, sondern bilden Völker. Dies allerdings nur für kurze Zeit, ihre sogenannten Sommerstaaten existieren nur wenige Monate lang.

Die Hummeln stehen in diesem Jahr beim Insektensommer des NABU besonders im Fokus. „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“ lautet die Entdeckungsfrage 2022 für alle, die zum ersten Mal genauer bei den Insekten hinschauen. Die häufigsten Arten, die bei uns vorkommen, sind Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel. Man kann sie an dem Muster auf ihrem Hintern auseinanderhalten.

Erfasst werden sollen alle Sechsbeiner, die entdeckt werden. Dazu sind bundesweit Groß und Klein aufgerufen. Beobachtet und gezählt werden kann fast überall. Egal ob im eigenen Garten oder im Urlaub bei einer Pause beim Wandern im Wald oder um den See – das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird bis zu eine Stunde. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.insektensommer.de abrufbar.

Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen an der Aktion teilnehmen. „Im vergangenen Jahr haben fast 13.000 Hobbyforscher mitgemacht. Es ist schön, wenn sich so viele Menschen Zeit für die Natur nehmen. Natürlich hoffen wir in diesem Jahr auf ein ähnlich großes Interesse“, so Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer.

Wer übrigens Hummeln während ihrer Arbeitszeit helfen will, sollte seinen Garten oder auch seinen Balkon möglichst naturnah und blütenreich gestalten. Monika Nelißen vom NABU Aachen weiß genau, auf welche Pflanzen die Hummeln „fliegen“: „So wie der Sommerflieder Schmetterlinge in Mengen anzieht, gibt es auch ausgesprochene Hummel-Pflanzen. An blühendem Lavendel z.B. kann man viele verschiedene Hummelarten antreffen. Aber auch alle Arten von Disteln stehen bei ihnen hoch im Kurs.“

Laut Monika Nelißen ist zur jetzigen Jahreszeit die Hummel-Welt besonders spannend, denn neben den Arbeiterinnen fliegen jetzt die Drohnen, also die männlichen Tiere, und die neuen Königinnen. Sie erklärt: „Die Drohnen sind oft etwas bis völlig anders gefärbt als die Weibchen der gleichen Art. Man kann sie u.a. daran erkennen, dass sie etwas längere Fühler haben, große Augen und keine Sammelkörbchen aus Haaren an den Hinterbeinen. Hin und wieder kann man auch Kuckucks-Hummeln entdecken. Kuckucks-Hummeln kennen keine eigenen Arbeiterinnen. Die Königinnen – das sind alle weiblichen Tiere – schummeln sich in das Nest der Wirts-Hummeln und lassen ihre Nachkommen von diesen aufziehen. Eine dicke Hummel mit ungewöhnlich dunklen Flügeln ist sehr wahrscheinlich so eine Kuckucks-Hummel.“

Informationen zum NABU-Insektensommer: www.insektensommer.de

Fragen und Antworten zum Insektensommer: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/aktionsinfos/24141.html

Web-App Insektensommer: https://naturgucker.de/app/natur_nm.dll/

Insektentrainer: www.insektentrainer.de

Hummeln: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/mitmachen/27814.html

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