NABU-Sommerferienspiele August 2020

NABU-Forscher auf Expedition rund um Aachen

Eigentlich war in diesem Sommer etwas Besonderes geplant gewesen: Das 10. NABU-Ferienzeltlager – aber dann kam Corona. Immerhin, eine Ferienfreizeit in kleinerem Rahmen konnten wir letztendlich doch durchführen. Und so fanden sich in der letzten Ferienwoche von Montag bis Freitag jeden Morgen12 Kinder zusammen, um gemeinsam mit den BetreuerInnen des NABU jeweils ein ausgewähltes Naturgebiet zu erkunden.

Zum Auftakt am ersten Morgen erklärte die Vogelexpertin Elisabeth Fürtjes die verschiedenen Nist- und Lebensweisen der heimischen Gartenvögel und die jeweils passenden Nistkästen. Diese konnten die Kinder später auf der wohl schönsten Streuobstwiese Aachens am Dreiländerweg wiederentdecken. Auch sonst weckte diese dem NABU gehörende wilde Obstwiese den Entdeckergeist der Teilnehmer, so dass man erst mit leichter Verspätung zum Treffpunkt zurückkam, wo bereits die Eltern ihre Kinder erwarteten.

Der folgende Tag war dem Wildbach gewidmet. Neben dem Tuchwerk, der ehemaligen Stockheider Mühle, erwartete die Teilnehmer bereits der Umweltbus „Lumbricus“ der Natur- und Umweltakademie (NUA), ein Labor auf Rädern. Angeleitet und unterstützt von der Mitarbeiterin des „Lumbricus“ und der schönen Laborausstattung erforschten die Kinder die kleinen Lebewesen im Wasser: Bestaunten quirlige Bachflohkrebse, die großen Augen der Strudelwürmer, bedrohlich aussehende Wasserskorpione oder gut getarnte Köcher­fliegenlarven. Und auch die unermüdliche Arbeit des Bibers an den Teichen bei der benachbarten Soerser Mühle lernten die Naturforscher kennen.

Am dritten Tag stand wieder ein völlig anderes und für alle Kinder unbekanntes Ziel auf dem Programm: Ein stillgelegter Steinbruch in Hahn, der ebenfalls Eigentum des NABU und gleichzeitig Naturschutzgebiet ist. Ganz schön heiß wurde es da allen Teilnehmer, war es doch auch ein sonniger Tag. So war leicht zu verstehen, dass dieser spezielle Lebensraum Heimat für seltene Tier- und Pflanzenarten wie Tausendgüldenkraut, Orchideen und Golddistel oder Uhu, Ödlandschrecke und unzähligen Weinbergschnecke ist. Ein ganz besonderes Tier bekamen die Kinder auf Weg zum Steinbruch gezeigt: Flusskrebse, die in der Inde leben. Die gepanzerten Flussritter sind schon sehr beeindruckend. Leider handelte es sich um nicht-heimische Signalkrebse, die eine große Bedrohung für den heimischen Edelkrebs darstellen.

Als nächstes ging es in den Wald, aber nicht in den allseits geschätzten „Öcher Bösch“, sondern in den Freyenter Wald bei Lichtenbusch. Erst vor wenigen Wochen hatten NABU und NRW-Stiftung gemeinsam dieses weniger bekannte Waldgelände gekauft. Auf einer Waldralley galt es der Wolfsfährte zu folgen und verschiedene Aufgaben zu lösen. Am Ziel warteten bereits die geheimen Waldbewohner, eine (Papp-)Wolfsfamilie. Wenige Meter weiter, in einer kleinen Fichtenparzelle, gingen einige Kinder ihrem Jagd- und Sammeltrieb nach. Beute waren die kleinen Borkenkäfer unter der Rinde einer umgestürzten Fichte. Da die Nadelbäume in diesem Wald ohnehin unerwünscht sind, ist das emsige Treiben dieser gefräßigen „Schädlinge“ für die Naturschützer kein Problem.

Der letzte Tag sollte eigentlich den Insekten auf Wiesen und Brachen gewidmet werden. Aufgrund des heißen Sommerwetters wurde allerdings umgeplant und die Gruppe begab sich vom Floriansdorf mit dem NABU-Naturgarten zu den Sieben Quellen. Zwar durften die Kinder nicht in das kühl-kalte Wasser der unter Naturschutz stehenden Quelltöpfe steigen, doch war es am Platz unter den Bäumen auch angenehm kühl. Aus Korken, Naturmaterialen, Wolle und Stoffresten wurden fantasiereiche Wasserfahrzeuge gebastelt. Die Meisterstücke traten wenig später zu einem Wettstreit an, welches Boot denn am schnellsten vorantrieb. Als Regattastrecke diente ein Wildbach-Abschnitt unterhalb der Quelltöpfe.

So ging die schöne Ferienwoche zu Ende, in der Kinder wie Betreuer gleichermaßen viel Spaß hatten. Trotzdem hoffen alle nächstes Jahr wieder ins Zeltlager ziehen zu können mit abendlichem Lagerfeuer, Stockbrot, Holzschnitzen und gemeinsamen Mahlzeiten und Lagerspielen.

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