Trockengelegte Moore werden zu Brandherden
NABU Pressemeldung 18.08.2026
Trockengelegte Moore werden zu Brandherden
Brand im Hohen Venn zeigt: Wiedervernässung ist auch Vorsorge gegen Dürre, Hitze und Feuer
Berlin/Düsseldorf –Der Großbrand im Hohen Venn an der belgisch-deutschen Grenze zeigt derzeit eindrücklich, wie schwer Brände in Moorlandschaften zu kontrollieren sind. Das Feuer hat sich bis auf die deutsche Seite angenähert. In Monschau mussten vorsorglich Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert werden.
Der NABU warnt davor, Moorschutz allein als Klimaschutzthema zu betrachten. Intakte, nasse Moore sind wichtige natürliche Wasserspeicher und können zugleich dazu beitragen, die Landschaft in Trockenperioden widerstandsfähiger gegen Feuer zu machen.
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger sagt:
„Der Brand im Hohen Venn führt uns gerade drastisch vor Augen, wie verletzlich Landschaften in Zeiten von Hitze und Trockenheit sind. Gleichzeitig sehen wir, was das für die Menschen bedeutet. Sie bangen um ihre Häuser und ihr Zuhause, müssen evakuiert werden und sind einer erheblichen Rauchbelastung ausgesetzt. Das zeigt: Klimaanpassung ist nicht nur eine Frage von Natur- und Umweltschutz, sondern auch von Gesundheit und Sicherheit.
Wir müssen unseren Umgang mit Wasser grundlegend verändern. Über Jahrzehnte haben wir Wasser möglichst schnell aus der Landschaft herausgeführt. Heute brauchen wir Landschaften, die Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und es in Trockenperioden wieder abgeben können. Moore sind dafür unverzichtbar.
Wiedervernässung ist deshalb nicht nur Klimaschutz. Sie ist auch Vorsorge gegen Dürre, Niedrigwasser und die zunehmende Brandgefahr in ausgetrockneten Landschaften. Ein nasses Moor brennt nicht so leicht und hilft zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten.
Das aktuelle Feuer zeigt, wie dringend wir handeln müssen. Wir brauchen mehr Tempo bei der Wiedervernässung entwässerter Moore und müssen dafür sorgen, dass Landwirtinnen und Landwirte für den Erhalt eines naturnahen Wasserhaushalts angemessen honoriert werden. Gleichzeitig brauchen wir politische Verbindlichkeit und ausreichende Mittel für die Wiederherstellung unserer Moore.
Deshalb begrüßen wir auch den Vorschlag, Klimaanpassung und Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. Wenn wir unser Land widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre, Hochwasser und Brände machen wollen, müssen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Verantwortung übernehmen und in unsere natürliche Infrastruktur investieren.“
Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU Nordrhein-Westfalen, ergänzt:
„Die Brände im Hohen Venn und im Hürtgenwald machen sichtbar, was passiert, wenn Landschaften austrocknen. Ob trockene Moore oder Wälder, Nordrhein-Westfalen muss seine wertvollen Lebensräume schützen und dafür Sorge tragen, dass sie ihre Funktion als natürliche Wasserspeicher wieder erfüllen können. Was wir hier in Wäldern und Mooren an Wasser halten, hilft uns in der Dürre und kann zugleich dazu beitragen, die Brandgefahr zu verringern. Die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung muss daher oberste Priorität im Kampf gegen die Klimawandelfolgen haben.“
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