Atom-, Klima- und Energiepolitik

Atom-, Klima- und Energiepolitik

Der NABU Aachen setzt sich für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung ein: Mithilfe seines Fachwissens berät er Politik und Verwaltung und fordert beispielsweise naturverträgliche Trassenvarianten für Gaspipelines und Stromleitungen oder geeignete Standorte für Windkraftanlagen. In Zusammenarbeit mit weiteren Initiativen und Verbänden macht er sich außerdem für einen Braunkohle- und Atom-Ausstieg stark, sowie insbesondere für die Abschaltung der Reaktorblöcke Tihange 1 und 2 sowie Doel 1, 2 und 3. Auf dieser Seite finden Sie gesammelt einige Stellungnahmen und Pressemeldungen zu diesen Themen.

 
19. März 2021 Geplanter Ausbau der Flughafens Lüttich.
 
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ist der Flughafen Lüttich (Bierset) in den letzten Jahren immer mehr zu einem internationalen Frachtflughafen mit Nachtflugerlaubnis ausgebaut worden. Leider bisher ohne die dafür eigentlich erforderliche grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mit Beteiligung der deutschen betroffenen Öffentlichkeit. Nun soll der Flughafen weiter ausgebaut werden und deutsche Betroffene und Naturschutzverbände hatten erstmals die Gelegenheit zu Stellungnahme. Größtes Problem bei dem geplanten weiteren Ausbau sind nicht nächtlicher Lärm und Kerosin-Ablässe landender Flugzeuge, sondern die Flüge schwerer Frachtflugmaschinen über das Atomkraftwerk Tihange mit seinen drei Atommeilern und dem derzeit ebenfalls geplanten Atommüll-Zwischenlager. Denn der von der Europäischen Union (EU) nach Fukushima angeordnete „Stresstest“ für alle in 13 EU-Mitgliedstaaten (noch) in Betrieb befindlichen AKW hat ergeben, dass das AKW Tihange weder gegen Flugzeugabstürze noch gegen Terrorakte mit Flugzeugen (wie am 11. September 2001) ausreichend geschützt ist. Für das Zwischenlager sind Betondecken mit lächerlichen 20 cm Dicke geplant – bei den neuesten Zwischenlagern in Deutschland sind es 180 cm Dicke.
Die Stellungnahme des NABU Aachen finden Sie hier: nabu-stellungnahme_bierset_2021-03-12

Eine Musterstellungnahme, je in Deutsch und Französisch, finden Sie hier:

muster-stellungnahme_bierset_2021-03-12

muster-stellungnahme_bierset_franzoesisch_2021-04-21

Atommüll-Zwischenlager in Tihange

Am Vorabend des Fukushima-Jahrestages 2020, am 10. März, fand im Forum M der Mayerschen Buchhandlung in Aachen eine Veranstaltung der Initiative 3 Rosen e.V. zum geplanten Zwischenlager für Atommüll auf dem Gelände der drei Reaktoren des belgischen Atomkraftwerkes in Tihange statt.

Für eine Betriebsdauer von 80 (!) Jahren sollen dort die abgebrannten, aber immer noch hochradioaktiven Brennelemente in Castoren oberirdisch deponiert werden. Der Plan für das zu konstruierende Gebäude weist bedrohliche Sicherheitsmängel auf, welche die kommenden Generationen der Menschen in der Euregio in hohem Maß gefährden. Dazu hatten die Veranstalter monatelang recherchiert und Ungeheuerliches zu Tage gebracht.

Zwei Beispiele: Flugzeuge vom nur 20 km entfernten internationalen Airport Liége Bierset überfliegen das AKW- Gelände oft abweichend von den erlaubten Flugrouten. Das Gebäude soll nur ein Dach mit einer 20 cm dünnen Betondecke erhalten. Die 60 jeweils 5 m² großen Lüftungsöffnungen zur Kühlung der Castoren sind baulich nicht vor terroristischen Angriffen mit tragbaren panzerbrechenden Waffen geschützt.

Den Vortrag von Robert Borsch-Laaks von der Initiative 3 Rosen e.V. finden Sie unter zl-tihange_1.5.1 .

Der zweite Referent des Abends, Jan Haverkamp aus Amsterdam, Atommüll- Experte von Greenpeace, schlug vor, dazu von den belgischen Behörden eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unter Beteiligung der deutschen Behörden und BürgerInnen zu fordern. Eine entsprechende Initiative wird derzeit vorbereitet. Der NABU-Stadtverband Aachen e.V. unterstützt diese Aktion.

Besorgte Bürgerinnen und Bürger aus den betreffenden Regionen in NRW und Rheinland-Pfalz können sich dem anschließen. Weitere Infos hierzu bitte anfordern unter: post@3rosen.eu

 
 
Die Aachener Anti-Atom-Initiative 3 Rosen, der NABU Aachen, Greenpeace Aachen und die IPPNW-Regionalgruppe Aachen haben die Landesregierungen von NRW und RLP aufgefordert, gegen die Genehmigung des Atommüll-Zwischenlagers in Tihange rechtlich vorzugehen. Der Bau wurde inzwischen von der belgischen Regierung genehmigt, ohne die nach EU-Recht (UVP-Richtlinie) und internationalem Völkerrecht (Espoo-Konvention) erforderliche grenzüberschreitende UVP mit umfassender Öffentlichkeitsbeteiligung auch der betroffenen Menschen im Grenzland (Aarhus-Konvention) durchzuführen.
 
Eine gemeinsame Pressemeldung  vom 10. Juni hierzu finden Sie hier: 2020-06-10_pm-zwischenlager-tihange-final

 

Geplanter Schwermetallabbau Ostbelgien:

Am 4. Februar 2019 waren Leo Meyers und andere Mitglieder der Bürgerinitiative Hergenrath Umwelt (BiHU) zu Gast bei der Aktivensitzung des NABU-Stadtverbandes Aachen, um von dem geplanten Schwermetallabbau in Ostbelgien zu berichten. Im Frühjahr 2020 sollen die Probebohrungen für den Abbau beginnen, ab Mitte 2021 ist mit einer Absenkung des Grundwassers zu rechnen. Gesucht werden Blei, Zink, Thallium, Iridium und andere seltene Erze. Die Bürgerinitiative rechnet damit, dass sowohl Natura-2000-Gebiete als auch Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete mit von PCB und Schwermetall belastetem Grubenwasser verunreinigt werden. Dies wird nicht nur Belgien, sondern auch die Aachener Bäche und Naturschutzgebiete betreffen. Dennoch scheinen die zuständigen belgischen Behörden, wie schon bei der Laufzeitverlängerung des Atomreaktors Tihange 1 um 10 Jahre bis 2025, keine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gemäß der Espoo-Konvention durchführen zu wollen, in der sich auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in der Region Aachen gegen das Projekt wehren könnten. Der NABU wird das Projekt daher gemeinsam mit den belgischen Umweltgruppen kritisch begleiten!

Die Power-Point-Präsentation zu Herrn Meyers Vortrag können Sie hier einsehen.

NABU/Eric Neuling

Windkraft:

Pressemeldung zu den Windkraftanlagen im Münsterwald (Februar 2017): https://www.nabu-aachen.de/nabu-lehnt-faellungen-vor-abschluss-der-gerichtsverfahren-ab/

Einige ältere Positionspapiere: https://www.nabu-aachen.de/windenergie-positionspapiere/

Zeelink-Gaspipeline:

Pressemeldung zur Trassenvariante entlang der A44 (September 2017): https://www.nabu-aachen.de/26-2/

Stellungnahme zum Korridor für die „Zeelink“-Gaspipeline (März 2017): https://www.nabu-aachen.de/nabu-stellungnahme-zum-korridor-fuer-die-zeelink-gaspipeline-09-maerz-2017-5/

ALEGrO-Stromleitung:

Pressemitteilung vom 29.10.2018: https://nrw.nabu.de/news/2018/25338.html

Atomkraft:

Pressemeldung – NABU Aachen fordert Änderung des Euratom-Vertrages (März 2017): https://www.nabu-aachen.de/aenderung-euratom-vertrages/

Mitmachaktion „Lieferstopp für Risikoreaktoren“: https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/lieferstopp-fuer-risikoreaktoren.html?activeTab=3

Gemeinsame Pressemeldung zur GroKo-Sondierung: https://www.nabu-aachen.de/initiativen-und-verbaende-kritisieren-groko-sondierung/

Unter diesen Links finden Sie zudem Informationen und Pressemeldungen des NABU Landesverbandes NRW:

https://nrw.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/kohelausstieg/index.html

https://nrw.nabu.de/news/2017/22094.html

https://nrw.nabu.de/news/2016/20206.html

https://nrw.nabu.de/news/2018/23796.html

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