Gelbbauchunke

Gelbbauchunke

Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Foto: Dr. Manfred Aletsee

Die Gelbbauchunke in Aachen:
Die Gelbbauchunke hat im Bereich Aachen Stolberg eines der größten nordrhein-westfälischen Vorkommen. Als Amphibienart mit besonderem europäischen Schutzstatus entsprechend der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie hat Aachen an der Nordgrenze des Verbreitungsareals eine besondere Verantwortung. Die Population verteilt sich auf kleine Metapopulationen, die vorwiegend Sekundärstandorte wie Steinbrüche und Truppenübungsplätze besiedeln. Einzelne naturnahe Vorkommen befinden sich im Indetal zwischen Kornelimünster und Münsterbusch. Die Größe dieser Populationen sollen erfasst werden um für zukünftigen Schutzkonzeptionen eine Datengrundlage zu erarbeiten.

Der Gelbbauchunkenschutz in Aachen durch die NABU-Naturschutzstation ist Teil des NABU-Projekt „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“, welches am 9. November 2017 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde.

Kennzeichen und Verhalten:
Gelbbauchunken werden etwa 3,5 bis 4,5 cm groß.  Die Pupillen der Unken sind herz- oder tropfenförmig, wohingegen sie bei allen anderen Froschlurchen oval bis elliptisch sind. Die Oberseite ist rau und warzig, zumeist einfarbig lehmfarben oder bräunlich, seltener grünlich oder schwärzlich. Die Bauchseite ist auffallend gelb-orange gefleckt. Das Muster ist von Tier zu Tier verschieden – wie ein Daumenabdruck – was eine Unterscheidung der einzelnen Individuen ermöglicht.

Die individuelle schwarz-gelbe Zeichnung dient der Erfassung einzelner Individuen. Foto: Dr. Manfred Aletsee

Biotopwahl und Nahrung:
Der ursprüngliche Lebensraum der Gelbbauchunke sind die Auen der natürlichen Fließgewässer. Dort entstehen die von der Unke benötigten Fortpflanzungs- und Aufenthaltsgewässer in Form von Kleingewässern ohne Pflanzenbewuchs als Folge regelmäßig auftretender Hochwasser ständig neu. Da natürliche oder naturnahe Auen in Mitteleuropa weitgehend verschwunden sind, ist die Unke heute vor allem dort anzutreffen, wo der Mensch dafür sorgt, dass ständig neue Kleingewässer entstehen – sei es in Kies-, Sand- oder Tongruben, in Steinbrüchen oder in Form von wassergefüllten Fahrspuren oder wegbegleitenden Gräben auf Truppenübungsplätzen oder im Wald. Stellenweise nutzt die Gelbbauchunke auch flach überstaute Quellsümpfe bzw. Bereiche mit Hangdruckwasser; oft werden diese Bereiche als Viehweiden genutzt, dort entwickeln sich die Kaulquappen in den Trittspuren.

Gefährdungsursachen:
Die Gelbbauchunke ist hauptsächlich durch den Verlust geeigneter Laichgewässer und die Verinselung der Vorkommen gefährdet.

(Quelle: Bundesamt für Naturschutz)